Anzeige

Transportrobotik-Simulation erweitert Kapazität im Milchwerk

Automatisierter Materialfluss

Von Automobil über Nahrungs- und Genussmittel bis hin zu Pharma oder Verpackung – in unterschiedlichen Branchen werden Prozesse wie Warentransport, Lasthandling, Kommissionierung und Montage mehr und mehr automatisiert. Transportrobotik sorgt dafür, die richtigen Produkte zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu transportieren. Moderne Fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen dabei schnell und sicher diese Aufgaben.

Die fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) beim Milchproduktehersteller Arla Foods UK werden per Lasernavigation gesteuert. (Bild: E&K Automation GmbH)

Die fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) beim Milchproduktehersteller Arla Foods UK werden per Lasernavigation gesteuert. (Bild: E&K Automation GmbH)

Der Milchproduktehersteller Arla Foods UK, der im britischen Aylesbury eine hochmoderne Frischmilchmolkerei betreibt, setzte für den innerbetrieblichen Warentransport bereits seit 2012 ein von EK Automation entwickeltes Transportrobotiksystem aus 75 fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) und einem intelligenten Leitsystem ein. In dem 9.000m2 großen Kühlhaus fanden rund um die Uhr bis zu 12.000 Lastenbewegungen pro Tag statt. 650Mio. Liter Milch pro Jahr wurden produziert. Die Kapazitäten reichten jedoch schon nach wenigen Jahren nicht mehr aus. 1Mrd. Liter Milch pro Jahr – so lautete das erklärte neue Ziel. Doch war es überhaupt möglich, das vorhandene automatisierte Transportsystem so zu erweitern, dass der enorme Zuwachs an Materialfluss weiterhin in den gegebenen Räumlichkeiten zu bewältigen war? Um das zu klären, setzten die Verantwortlichen auf eine Simulation von EK. Die Mitarbeiter erstellten ein Modell der Räumlichkeiten in 2D und 3D, in dem die Prozessabläufe in unterschiedlichen Varianten abgebildet und durchgespielt wurden. So konnte eine passende Lösung ausgearbeitet und frühzeitig mögliche Probleme erkannt werden. Mit dem Simulationstool lässt sich das Transportkonzept exakt auf räumliche Gegebenheiten und hohe Produktivität zuschneiden – und schützt vor teuren Überraschungen durch Fehlplanungen. Wie das Simulationsteam bei diesen Projekten vorgeht, erläutert Florian Johannsen, Team Leader Consulting & Simulation bei E&K Automation: „Wir nutzen dazu Tecnomatix Plant Simulation von Siemens, eine Simulations-Software zur Erstellung derartiger Modelle. Diese haben wir weiterentwickelt und uns einen speziellen Baukasten erstellt, mit dem sich nun unterschiedliche Prozesse gut und schnell abbilden lassen.“ Für eine 2D- oder 3D-Simulation werden möglichst genaue Layoutdaten, also Pläne der Räumlichkeiten, Standort und Maße von Anlagen und Regalen, benötigt. Diese werden mit den Daten der gewünschten FTF, mit den Daten zu den im Unternehmen ablaufenden Prozessen sowie den zu leistenden Transportaufgaben ergänzt. Weitere wichtige Informationen sind z.B. Transportströme und deren über den Tag verteilte Schwankungen. Auch Puffergrößen und Maschinenverhalten in angeschlossenen Bereichen werden mit einbezogen. Auf Basis dieser Informationen wird dann ein 2D- oder 3D-Modell aufgebaut. „In unseren Planungen mithilfe der Layoutdaten kommt es auf Zentimeter an, Abweichungen sind oft problematisch. Je genauer die Daten sind, mit denen wir arbeiten, desto verlässlicher ist das Endergebnis“, unterstreicht Johannsen.

E&K hat ein Materialflusskonzept für den Transport von 1Mrd. Liter Milch pro Jahr entwickelt. (Bild: E&K Automation GmbH)

E&K hat ein Materialflusskonzept für den Transport von 1Mrd. Liter Milch pro Jahr entwickelt. (Bild: E&K Automation GmbH)

Transportrobotik-Simulation erweitert Kapazität im Milchwerk
Bild: E&K Automation GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Low-Cost-Automatisierung unterhalb der etablierten Automatisierer für nur wenige tausend Euro – das ist ein Wunsch vieler Anwender. Aber die Realisierung fällt oftmals schwer: Was passt zusammen? Wie gut ist die Lösung? Wer kann mich unterstützen? Auf der Hannover Messe 2019 präsentiert der Motion-Plastics-Spezialist Igus das Modell der neuen digitalen Online-Plattform rbtx.com.

Anzeige

Mit dem Diagnosegerät SafeVu von Automationware kann der Anwender die Bewegung einer linearen Struktur (Axis) steuern, in der ein kollaborativer Roboter montiert werden kann. Die Diagnose basiert auf einem Lidarradar, das auf einen Achswagen (ML 120 Pro) montiert ist und den Arbeitsbereich der Komponenten kontinuierlich analysiert, indem ein statisches Profil im Speicher (Arbeitsbereich) erstellt und mit der dynamischen Situation im Betrieb verglichen wird.

Anzeige

Eine kostengünstige Automatisierung mit Motion Plastics schaffen, das ist das Ziel von Igus. Auf der Hannover Messe 2019 stellt das Kölner Unternehmen den Robolink-DC-Gelenkarmroboter der neuesten Generation vor. Die kompakten leichten Gelenkarme setzen auf die Eigenschaften der Motion Plastics des Unternehmens: Leicht, schmier- und wartungsfrei, langlebig und kostengünstig in der Produktion.

Der modulare Aufbau und die Möglichkeit der Erweiterung durch Zusatzfunktionen bieten kurze Montage- und Inbetriebnahmezeiten und machen das mobile Robotersystem von KPI flexibel einsetzbar. Das Be- und Entladen erfolgt bei laufendem Prozess. Das System kann von der Montage, Fertigung und Logistik bis zur Qualitätssicherung und in Industriezweigen wie Automobil- oder Pharmaindustrie zum Einsatz kommen. 

Die Robotik- und Automatisierungstechnik ist nicht nur in Deutschland, sondern auch an den Hochschulen in Indien ein wichtiges Thema. Um die Forschung in den Bereichen voranzutreiben, arbeiten die Regierungen beider Länder intensiv zusammen.

Schnaithmann Maschinenbau ist seit Anfang des Jahres Mitglied in der Fachabteilung Integrated Assembly Solutions des VDMA-Fachverbandes Robotik und Automation.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige