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Roboterbasiertes Entgraten mit Druckluftspindeln

Ergebnis und Hindernisse

Martin Erle, Automatisierungsexperte bei Biax, definiert das bestmögliche Ergebnis beim automatisierten Entgraten wie folgt: „eine gleichmäßige und gleichbleibende Entfernung des Grates bei sich wiederholenden Bauteilen“. Beispielsweise wird durchgängig eine Fase von 0,5mm erzeugt und diese ist bei allen Bauteilen identisch. Diverse Faktoren wie das Werkzeugsystem, die Bauteiletoleranz, die Beschaffenheit des Grates, der Roboter und seine Programmierung sowie die Spannmittel bzw. der Greifer, haben Einfluss auf die Genauigkeit des Ergebnisses. Zu den häufigsten Entgrataufgaben gehört die Entfernung eines losen Grates oder das Erzeugen einer undefinierten Phase. Hierfür empfiehlt Erle grundsätzlich die Verwendung eines flexiblen Systems (Bürste, Feile und/oder Auslenkung). Bei nur geringer Bauteil- und Positionstoleranz sollte aber ein starres System eingesetzt werden, da es sauberer und genauer arbeitet, ein besseres Ergebnis bringt und in der Anschaffung günstiger ist. In diesem Fall ist es sogar möglich, eine definierte Fase zu reproduzieren. „Problematisch wird es erst, wenn bei großen Toleranzen eine definierte Fase erzeugt werden soll“, so der Experte. Hierfür gebe es zwar einige Lösungsansätze, diese seien aber (noch) sehr aufwendig und heben den Produktivitätsgewinn der Automatisierung wieder auf. Denkbar wären etwa der Einsatz von Werkzeugen mit Festanschlag, das Fahren mehrerer Bearbeitungsschleifen oder eine exakte Vermessung (Scan) der Bauteillage/Bauteilmaße eines jeden Bauteils.

Entgratzelle mit einem Druckluftfeiler: Der Roboter führt das Bauteil. (Bild: Biax Schmid & Wezel GmbH & Co. KG)

Entgratprozess automatisieren?

Für Interessenten, die ihre Entgratprozesse automatisieren möchten, bietet Biax einen einmaligen kostenlosen Beratungsservice: nach Einsendung des Bauteils prüft das Unternehmen die Machbarkeit mit ihrem hauseigenen Fanuc-Roboter und gibt eine konkrete Empfehlung hinsichtlich Werkzeug, Spindel und Vorschubgeschwindigkeit ab. Das sind sehr wertvolle Informationen, die bei der Programmierung viel Zeit und Geld sparen können. Auch eine Beratung vor Ort ist möglich, wenn das Bauteil nicht herausgegeben werden darf. Biax bietet dabei auch eine Vielzahl verschiedener Entgratspindeln ant. So hat das Unternehmen jüngst mit dem RSC-Modular-System ein Entgratsystem nach dem Baukastenprinzip auf den Markt gebracht: Hiermit lässt sich in Abhängigkeit von der Anwendung eine individuelle Lösung zusammenstellen. Der Anwender zahlt also nur für das, was er wirklich braucht und kann später kostengünstig nach- bzw. umrüsten. Es gibt diverse gerade und gewinkelte Druckluftspindeleinsätze mit Geschwindigkeiten von 10.000 bis 100.000 Umdrehungen pro Minute sowie eine oszillierende Spindel für Feilen. Diese werden immer in ein Kupplungsteil eingesetzt. Optional stehen eine radiale und eine axiale Auslenkung zur Verfügung. Neben den Beschaffungskosten verringern sich auch die Lagerkosten, da nur die Spindeleinsätze und nicht das komplette System für den Notfall vorzuhalten sind.

Roboterbasiertes Entgraten mit Druckluftspindeln
Entgraten mit fest installierter Schleifspindel mit Auslenkung. (Bild: Biax Schmid & Wezel GmbH & Co. KG)


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