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Smarte Küchen der Zukunft

Morgen kocht der Roboter

Noch ist es Zukunftsmusik: Roboterarme bereiten in der Küche selbstständig Mahlzeiten zu und der Mensch muss nur noch Platz nehmen und genießen. Während sich ein Student der Kunsthochschule Burg Giebichenstein vor allem mit einem zukünftigen Ernährungskonzept beschäftigt, in dem Robotik eine tragende Rolle spielt, verfolgen andere Projekte konkretere Ansätze.

Im Nutritions First Health and Food Club serviert ein Roboter Modell Panda von Franka Emika das Essen der Zukunft. (Bild: Michael Altmann)

Im Nutritions First Health and Food Club serviert ein Roboter Modell Panda von Franka Emika das Essen der Zukunft. (Bild: Michael Altmann)

Alles begann mit einem Auftrag des Start-Ups DaVinci Kitchen aus Leipzig: Michael Altmann, Industriedesign-Student an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale), erhielt den Auftrag, einen Prototypen für einen Küchenblock zu gestalten und umzusetzen. Der Clou: Anstatt einem Koch sollte ein Roboterarm die Gerichte zubereiten. Das inspirierte ihn zu einem Semesterprojekt der besonderen Art. Er fragte sich, was sich verändern wird, wenn in Zukunft moderne Technologien wie Machine Learning und Robotik auch im Gastronomiegewerbe an Bedeutung gewinnen. Aus diesem Gedanken heraus entstand das Konzept des ‚Nutritions First Health and Food Club‘. Dabei handelt es sich weniger um ein Restaurant, vielmehr um einen Club – vergleichbar mit einem Fitnessstudio. Dessen Mitglieder nehmen täglich auf ihre Gesundheit abgestimmte Nahrung zu sich. Dabei spielt die Optik und der kulinarische Wert der Speisen eine untergeordnete Rolle, vielmehr geht es um die perfekt auf den jeweiligen Körper abgestimmte Nahrung. Menschliche Angestellte fungieren dort als Ernährungsberater. Anstatt des Essens, das wir kennen, werden die Kunden von Nutritions First mit genau den isolierten und konzentrierten Inhaltsstoffen versorgt, die ihr Körper gerade benötigt. Dieser Nährstoffbedarf wird durch eine DNA- und Blutbildanalyse ermittelt und von einem Algorithmus analysiert und weiterverarbeitet.

Roboter serviert Essen der Zukunft

Nach der Ernährungsberatung kommissioniert der Electronic Nutrition Assistant die Inhaltsstoffe der Individualnahrung. Danach wird die Speise automatisiert über ein smartes System zum Platz des Kunden geliefert. Im umgesetzten Modell kommt als Roboterassistent der Panda von Franka Emika zum Einsatz. Es handelt sich um die Standartausführung, lediglich der Greifer wurde leicht angepasst, um die Lebensmittel der Zukunft, hier abstrahiert in Form von kleinen bunten Kugeln, zu greifen. Der Siebenachsroboter verfügt über die Programmieroberfläche Desk, die das einfache Erstellen von Abläufen ohne Programmierkenntnisse ermöglicht. Die intuitive Benutzeroberfläche kann auf allen Webbrowsern ausgeführt werden. Eine neue Anwendung lässt sich schnell über die dazugehörenden Apps konfigurieren. Der Roboter selbst besitzt eine Reichweite von 855mm, 3kg Traglast und eine Höchstgeschwindigkeit von 2.000mm/s.

Voll funktionstüchtige Roboterküche

Während Nutritions First neben der Roboterapplikation vor allem kritisch auf sichtbare Entwicklungen in der Technologiebranche, Lebensmitteltechnologie und die Zusammenhänge mit unserer Esskultur hinweisen will, verfolgt die Roboterküche MK1 von Moley, vorgestellt auf der Hannover Messe 2018, einen konkreteren Ansatz. Der Prototyp einer voll funktionsfähigen Roboterküche ist das Produkt einer zwölfmonatigen Entwicklung in Zusammenarbeit mit Shadow Robotics, Yachtline, Dysegno, Sebastian Conran und Professor Mark Cutkosky von der Stanford University. Eine Consumer-Version ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Hier kommen zwei Roboterarme zum Einsatz, die in ihrer Geschwindigkeit, Empfindlichkeit und Beweglichkeit dem menschlichen Arm nachempfunden sind. Dafür wurden die Kochkünste des Kochs Tim Anderson, Gewinner des BBC-Meisterkochtitels, im System aufgezeichnet und dann genau durch die Roboterarme wiedergegeben. Die gesamte Küche umfasst zwei Roboterarme, einen Ofen, ein Kochfeld sowie einen Touchscreen, über den sie sich steuern lässt. Alternativ ist auch die Steuerung per Smartphone möglich. Wird die Küche nicht benutzt, fahren die Roboterarme in ein Fach zurück und verstauen sich somit selbst. Die einzelnen Rezepte sind in einer Bibliothek hinterlegt und können jederzeit ergänzt werden.

Smarte Küchen der Zukunft
Bild: Michael Altmann


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