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Hausroboter als neues Familienmitglied

Nützlich oder nur niedlich?

Roboter wie Pepper, Care-o-Bot und Co. erbringen Dienstleistungen für den Menschen, so auch die offizielle Definition von Servicerobotik. Neben Rasenmähen, Poolreinigen und dem Anreichen von Gegenständen haben Serviceroboter auch noch eine andere Aufgabe. Der Roboter Kuri soll ein niedliches Familienmitglied sein und mehr erfreuen als tatsächlich nützen.

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(Bild: Mayfield Robotics)


Auf der diesjährigen CES, der International Consumer Electronics Show, in Las Vegas stellte das Bosch-Start-up Mayfield Robotics seinen neuen Hausroboter vor. Der kleine Kuri hat die Mission, das Leben seiner Besitzerfamilie zu bereichern und Freude zu bereiten. Kaijen Hsiao, Sarah Osentoski und Mike Beebe sind die drei Begründer von Mayfield Robotics. Der kleine Hausroboter, den die Entwickler übrigens als weiblich bezeichnen, ist das Herzstück des 2015 gegründeten Start-Ups. Die Vision seiner Macher lautet: Kuri soll ein Teil der Familie werden – fröhlich, nützlich und inspirierend. Mayfield Robotics hat seinen Sitz in Redwood City, Kalifornien – inmitten der Technikhochburg Silicon Valley. 50 Mitarbeiter treiben hier täglich die Entwicklung des kleinen niedlich anzusehenden Hausroboters voran. Kürzlich entwickelten sie beispielweise seine Räder weiter. Für das Vorwärtsfahren kommen jetzt spezielle Riemen zum Einsatz. Dadurch läuft der Roboter ruhiger und verfügt über mehr Traktion. Im Gegensatz zu anderen Mitgliedern seiner Zunft soll er sich nicht nur im Haushalt nützlich machen, sondern vor allem Kinder dazu inspirieren, sich mit Technik und Software auseinanderzusetzen. Er ist handliche 50,8cm groß und wiegt ungefähr 6,35kg.

Bild: Mayfield Robotics

Augen und Ohren des Roboters

Aufgrund kapazitiver Touchsensoren reagiert der Roboter auf Berührung. Dabei genügt es, leicht den Kopf zu berühren. Der Roboter blickt dann nach oben und lässt zur Bestätigung einen Zwitscherlaut ertönen. Sein Repertoire an Tönen umfasst u.a. ein Geräusch für Nein, ein anderes Zwitschern für Ja und eine Begrüßung. Er kann also seinem Hausherren Hallo sagen sowie Gute Nacht wünschen. Die integrierte Kamera des Roboters sitzt verborgen hinter den angedeuteten Augen. Sie ist bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen in der Lage, HD-Bilder und -Videos aufzunehmen. Kürzlich rüsteten die Entwickler seine Sehkraft mit einer 1080-Pixel-HD-Kamera mit hochpräzisen Linsen auf. Kuri verfügt zusätzlich über eine Livestream-Funktion, mit der Nutzer ihr Haus oder ihre Wohnung quasi durch die Roboteraugen im Blick behalten können, wenn sie nicht da sind. Auch Haustiere lassen sich auf diese Weise aus der Ferne überwachen. Das Betriebssystem des Roboters lässt sich auf einfache Weise per App direkt mit dem eigenen Smart Phone oder Smarthome verbinden. Die eingebaute gestische Mechanik sorgt dafür, dass die Kopf- und Augenbewegungen möglichst fließend wirken. Kuri kann blinzeln und lächeln sowie hoch-, runter- und zur Seite gucken. Er ist zudem mit vier empfindlichen Mikrofonen ausgestattet, die ihm helfen, Geräusche präzise zu orten. Das bedeutet, dass der kleine Hausroboter auf eine bestimmte Stimme reagieren oder ungewöhnliche Geräusche bemerken kann und dabei weiß, in welche Richtung er sich wenden muss. Mittels Licht teilt er darüber hinaus seine Stimmung mit. Verschiedene Farben, die in seiner Körpermitte erscheinen, stehen dabei für unterschiedliche Gemütszustände, wie unglücklich oder nachdenklich. Kuri ist mit zwei Lautsprechern ausgerüstet, die stark genug sind, um einen größeren Raum zu beschallen. Sie dienen dazu, Musik oder Podcasts abzuspielen. Aktiviert ein Nutzer den ‚Verfolgungslautsprecher‘ folgt der Roboter der erkannten Person und spielt die Audiodateien weiterhin ab, egal in welchen Raum sich der Nutzer bewegt. Zudem spielt Kuri auch Hörspiele oder Hörbücher ab und liest so den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vor oder hält die Erwachsenen mit spannenden Krimis in Atem.

Bild: Mayfield Robotics

Kuri allein unterwegs im Haus

Aufgrund seiner Mapping-Sensoren ist Kuri in der Lage, selbstständig im Raum zu navigieren. Die umfangreiche Sensorik hilft ihm dabei, sich zu erinnern, wo sich was befindet, und Hindernisse zu umfahren. Eine Reihe kleiner, leistungsstarker Elektromotoren sorgt für den Bewegungsradius des Roboters. Die Antriebsriemen sind groß genug, um viele verschiedene Bodenbeläge und Teppiche zu befahren und sogar Stufen zu nehmen. Die leistungsstarken Prozessoren bewältigen alle Aufgaben von Gesichts- und Spracherkennung über Kartierung bis hin zur Unterhaltung. Die Akkulaufzeit des kleinen Roboters beträgt rund zwei Stunden. Die Ladestation fährt Kuri automatisch an, um zwischen verschiedenen Tätigkeiten und Aufgaben oder bei niedrigem Akkustand Strom zu tanken.

Bild: Mayfield Robotics

Nützlich oder nicht?

Laut Hersteller halten sich die Funktionen des Hausroboters bewusst in Grenzen, denn nichts sei schlimmer als ein Roboter, der vorgibt, intelligent zu sein – und es dann letztendlich nicht ist. So soll Enttäuschungen hoffnungsvoller Science-Fiction-Fans vorgebeugt werden. Der Roboter soll in den USA Ende des Jahres für ca. 700 Dollar in den Handel kommen. Er wird erstmal nicht in Europa erhältlich sein, so die Entwickler. Man wolle sich vorerst nur auf den US-Markt konzentrieren. (fiz)

Hausroboter als neues Familienmitglied
Bild: Mayfield Robotics


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