Anzeige
Anzeige

Flexibles Handling schwerer Nutzfahrzeug-Antriebskomponenten

Pneumatisch-elektrisches Teamwork

Leichtbau ist das Schlüsselthema der Automobilindustrie – auch und gerade den Antriebsstrang betreffend. Was bislang vor allem für die PKW-Produktion genutzt wurde, dehnt sich nun auch auf den Nutzfahrzeugbau aus. Angesichts von Bauteilgewichten bis 130kg sind hier – allem Leichtbau zum Trotz – leistungsstarke Greifsysteme erforderlich, die gleichzeitig sehr flexibel sind.

Vor der Laserreinigung wird das Tellerrad mit dem modifizierten SCHUNK LEG über die sechste Achse des Roboters gewendet und danach in gewendetem Zustand der Induktionsstation zugeführt. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Die automatisierte Laserschweißanlage eines Automobilzulieferers kombiniert beim Werkstück-Handling einen servoelektrischen Großhubgreifer und einen pneumatischen Zentrischgreifer. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Mit den Laserschweißsystemen von Emag LaserTec lässt sich z.B. das Gewicht von PKW-Differentialen um rund 1,2 kg reduzieren. Noch größer ist der Effekt bei Nutzfahrzeugen. Eine Anlage für den mexikanischen Nutzfahrzeughersteller Sisamex reinigt, montiert, schweißt und prüft erstmals solche bis 130kg schweren Baugruppen vollautomatisch. Schlüsselelement ist dabei ein servoelektrischer Großhubgreifer von Schunk, mit dem die schweren Bauteile bei hoher Varianz automatisiert gehandhabt werden. Im Team mit einem Zentrischgreifer ermöglicht der Servogreifer ein taktzeiteffizientes Handling.

Zentrischgreifer und Parallelgreifer

Als Standard nutzt Emag LaserTec den pneumatisch gesteuerten Zentrischgreifer PZN-plus 300. Er zentriert das Werkstück und kann es wahlweise von innen oder außen greifen. Zudem lässt sich die Backenposition über analoge Sensoren exakt abfragen. Um das Werkstück und die daraus entstehende Baugruppe am Außendurchmesser zu handhaben und zu wenden wird ein servoelektrischer Parallelgreifer auf Basis des Schunk-Modells LEG 800 SL genutzt. Nur weil sich die Finger des Langhubgreifers flexibel vorpositionieren lassen, war es möglich, die geforderte Taktzeit von rund zwei Minuten pro LKW-Differential zu erreichen. Da das Traglastlimit des Roboters bei 300kg liegt und die geschweißte Baugruppe bis 130kg wiegt, darf der elektromechanische Greifer inklusive Peripherie höchstens 170kg auf die Waage bringen. Klassische Schwerlastgreifer von Schunk kamen aufgrund des hohen Eigengewichts nicht in Frage. So fiel letztlich die Wahl auf den modifizierten LEG-800-Schwerlastgreifer mit Haltebremse.

Kataloggreifer als Basis

Bei der modularen Baureihe LEG bietet Schunk sowohl Führungsschienen und Schlitten als auch die tragenden Seitenwangen und die Verbindungselemente in unterschiedlichen Größen und Versionen an. Damit lässt sich der Greifer gut an die jeweilige Aufgabe und Belastung anpassen. Optional können Sensoren oder Bildverarbeitungssysteme integriert werden. In der Anlage von Emag LaserTec wird der modifizierte Parallelgreifer über einen NC-Antrieb von Kuka betätigt und als siebte Achse des Roboters angesteuert. Dadurch wird kein zusätzlicher Regler benötigt. Beide Antriebsspindeln sind miteinander gekoppelt, so dass die Finger synchron verfahren.

Flexibles Handling schwerer Nutzfahrzeug-Antriebskomponenten
Bild: Schunk GmbH & Co. KG


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Nach seinem Debüt auf der Robotermesse iRex steht die Europapremiere des neuen kollaborativen Leichtbauroboters von Fanuc noch bevor. Der Cobot lässt sich per Tablet programmieren, verfügt über ein neu entwickeltes Bedienkonzept und bietet ein Software-Entwicklungskit für die einfache Adaption von Greifern, Sensoren und Kameras.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Inspektion von Lagertanks und Schiffsrümpfen ist aufwendig, anstrengend, kostspielig und noch immer fast ausschließlich Handarbeit. Mithilfe von Inspektionsrobotern ließe sich die Überprüfung vollständig automatisieren. Im Antriebsstrang der Tankroboter befinden sich Zykloidgetriebe, die durch hohe Drehmomente bei kompakter und robuster Bauweise für hohe Genauigkeit, Dynamik und Zuverlässigkeit sorgen.‣ weiterlesen

Anzeige

Fanuc bietet bis Ende September dieses Jahres seine Softwareprogramme Roboguide und CNC Guide als kostenlose Testversionen an. Die Registrierung kann einfach über die Website von Fanuc Europa erfolgen. ‣ weiterlesen

Gelenkarmroboter sind mit ihrer Kinematik für viele Applikationen einsetzbar. Durch die Kombination mit einer 7. Achse aus der Linearachsfamilie von Hiwin erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten um ein Vielfaches. Zwei oder mehr parallellaufende Maschinen können gleichzeitig bedient werden. ‣ weiterlesen

Immer mehr Betriebe automatisieren Teile ihrer Produktionslinien. Dabei kommen zunehmend auch kollaborierende Roboter zum Einsatz. Durch spezielle Sensoren verfügen sie mittlerweile über ein hohes Maß an Feinfühligkeit und können so auch Tätigkeiten ausüben, die zuvor als nicht automatisierbar galten.‣ weiterlesen

Die kollaborierenden Roboter von Universal Robots (UR) unterstützen jetzt den offenen Schnittstellenstandard OPC UA. Der norwegische UR+-Partner Rocketfarm hat dafür eine Softwarelösung entwickelt, die Anwender sowohl clientseitig über den Roboter als auch serverseitig konfigurieren können. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige