Anzeige
Anzeige

Vakuumheber in der Scheibenfertigung

Sicheres Handling

Um die großen Automobilhersteller schneller und individueller beliefern zu können, sind die Zulieferer gezwungen, ihre Fertigung umzustellen. Ein erster Schritt ist der Einsatz von ergonomischen Vakuumhebern und Kranen. Sie können z.B. Mitarbeiter entlasten, die schwere Windschutzscheiben zuvor per Hand transportieren mussten, und tragen so dazu bei, die logistischen Prozesse zu verbessern.

Die Vakuumheber und Krane von Schmalz verbessern die Arbeitsabläufe bei der Komplettierung der Windschutzscheiben. (Bild: J. Schmalz GmbH)

Die Vakuumheber und Krane von Schmalz verbessern die Arbeitsabläufe bei der Komplettierung der Windschutzscheiben. (Bild: J. Schmalz GmbH)

Rund 800km südlich von Shanghai, in Fuqing, produziert die Fuyao Glass Industry Group Rohgläser und verschickt sie unter anderem nach Heilbronn. Hier sitzt die deutsche Tochtergesellschaft Fuyao Europe und komplettiert die Glaselemente zu komplexen Fahrzeugscheiben. Vom baden-württembergischen Standort aus werden alle in Europa produzierenden Automobilhersteller beliefert. Dazu zählen neben den deutschen Autobauern auch GM, Jaguar Land Rover, Ford und PSA sowie die Systemlieferanten Webasto, Inalfa, BOS und Inteva. Zehn Jahre nach der Gründung im Oktober 2007 bot der aktuelle Standort des Autoglasherstellers in Heilbronn keinen Raum mehr für Erweiterungen. Die Fuyao Glass Industry Group erwarb eine Gewerbefläche von rund 8,2ha in Leingarten bei Heilbronn, um eine neue Europazentrale zu bauen. Die Architektur der neuen Gebäude orientiert sich an einer modernen Fabrik- und Logistikplanung, die neben der Kapazitätssteigerung weiterem Wachstum gerecht werden soll. Aktuell sind rund 360 Mitarbeiter in Leingarten angestellt, Tendenz steigend.

Spezielle Überzüge für die Sauggreifer des Vakuumhebers 
schützen die empfindliche Glasoberfläche vor Abdrücken. (Bild: J. Schmalz GmbH)

Spezielle Überzüge für die Sauggreifer des Vakuumhebers
schützen die empfindliche Glasoberfläche vor Abdrücken. (Bild: J. Schmalz GmbH)

Ergonomische Hebe- und Krantechnik

Mit den neuen Produktionshallen verbesserte Fuyao auch die Arbeitsabläufe in der Fertigung. Ein Beispiel ist die Vorbereitung der Windschutzscheiben, bevor sie zur Endmontage im Automobilwerk verschickt werden. Bis vor einem Jahr wurden die Scheiben von Hand mit Saughebern als Greifhilfe getragen. Mittlerweile sind insgesamt fünf JumboFlex-Vakuumheber und Krane der J. Schmalz GmbH in der Halle eingesetzt. „Und es dürften noch mehr werden, da weitere Fertigungsstraßen geplant sind“, ergänzt der Produktionsleiter. Zudem ist ein Decken-Portal-Kran vorgesehen. Für Werker wie Marius Popescu bedeutet das eine deutliche Arbeitserleichterung. Seine Aufgabe ist es, die Windschutzscheibe zu säubern, um einen Spezialkleber am Rand auftragen zu können. Dazu muss er zunächst die zehn bis 15kg schweren Scheiben aus der Transportbox nehmen und auf einer drehbaren Halterung ablegen. Das Heben, Senken und Lösen des Glases gelingt intuitiv über die zentrale Ein-Finger-Steuerung des Vakuumhebers. Sobald die Kleberaupe sitzt und Popescu das Pedal tritt, fährt die Halterung nach unten und setzt das Werkstück auf einem Laufband ab. Das Band fährt die Scheibe in den Trockenbereich.

Halt beim Wenden

Ist der Kleber nach zehn Minuten getrocknet, beginnt Fertigungsschritt zwei: Fuyao-Mitarbeiter Brinas Marian entnimmt die Scheibe mithilfe des Vakuumhebers dem Trockengestell, um eine Dichtschnur auf der Kleberaupe anzubringen. Weil die Windschutzscheibe Teil des Sicherheitskonzeptes des Fahrzeugs ist, ist hier hohe Präzision gefragt. Marian hebt die Scheibe auf eine Vorrichtung, in die er zuvor die Dichtung eingelegt hat. Um diese exakt zu fixieren, ist neben einer genauen Positionierung – das finale Ausrichten übernimmt die Maschine – ein konstanter Druck von 5bar über 30s notwendig. Diesen erzeugen und halten mehrere Sauger von Schmalz. Schutzüberzüge über den Sauggreifern verhindern Abdrücke auf der Glasoberfläche. Sobald der Prozess abgeschlossen ist, löst sich das Vakuum automatisch und der Werker hebt die Scheibe mithilfe des JumboFlex auf ein Portal mit vier Sauggreifern. Auch hier verhindern Schutzüberzüge mögliche Beschädigungen auf dem Glas. Die Greifer fixieren die Scheibe, auch wenn das Portal das Objekt um 180° schwenkt. So kann in einem dritten Arbeitsschritt die Scheibe von beiden Seiten gereinigt, das Glas und die Dichtung kontrolliert und an der Unterseite eine weitere Dichtkante angebracht werden. Abschließend löst er das Vakuum und legt das fertige Fenster in einer Gitterbox zum Weitertransport ab. Ein Vorteil der Lösung ist die gesteigerte Ergonomie im Arbeitsablauf. Ein weiterer ist das stimmige Gesamtkonzept: Die Vakuumheber sind mit Vakuumpumpen, Rundsauggreifern aus Nitrilkautschuk und Schalldämmboxen ausgestattet. Das sorgt für ein effizientes und sicheres Heben und Halten der Glasscheiben bei reduziertem Schallpegel. Säulenschwenkkrane mit 6m Auslegerlänge sowie ein Schwenkbereich von 270° geben genügend Bewegungsfreiraum. Darüber hinaus ermöglicht der Vakuumheber ein sehr schnelles Handling. Eine maßgebliche Eigenschaft, da Fuyao pro Schicht 150 bis 200 Windschutzscheiben bearbeitet – im Zweischichtbetrieb verlassen somit bis zu 400 Fensterelemente die Fertigungsstraßen.

Vakuumheber in der Scheibenfertigung
Bild: J. Schmalz GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Biax, bekannt für industrielle Entgratlösungen, hat druckluftbetriebene Roboterspindeln und Handschleifmaschinen entwickelt, die mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet sind. So soll sich der Werkzeugwechsel an Roboter oder Maschine besonders einfach und flexibel gestalten.‣ weiterlesen

Anzeige

In der Blechbearbeitung fallen häufig monotone Schweißarbeiten an, die dennoch sehr präzise ausgeführt werden müssen. Dieser Vorgang lässt sich durch eine Roboterstation zum MIG/MAG-Schweißen automatisieren. So können die entlasteten Mitarbeiter gleich mehrere Schweißroboterstationen überwachen, außerdem lässt sich die Produktivität ohne Qualitätsverlust steigern.‣ weiterlesen

Zwei Linearmotorachsen, ein Linearmotormodul, acht Schrauben und zwei kleine Schleppketten können für die Realisierung eines dreiachsigen Raumportals ausreichen. So entstehen mit wenigen Handgriffen und geringem Konstruktions- und Programmieraufwand platzsparende Systemlösungen für dynamische Handhabungs-, Prüf- und Montageprozesse. Sie lassen sich einfach bedienen und bewegen Gewichte bis 2kg.‣ weiterlesen

Anzeige

Nicht erst die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die Automatisierung von Prozessen in der Industrie sein kann. Wollen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie sich früher oder später mit dem Thema Automatisierung auseinandersetzen. Hirata findet zusammen mit Anwendern entsprechend abgestimmte Automatisierungslösungen.‣ weiterlesen

Anzeige

Pneumatische Systeme spielen in der Industrie aufgrund der beträchtlichen Energie- und Wartungskosten sowie der Nachteile im Hinblick auf Sicherheit und Lautstärke nur noch in Spezialgebieten eine Rolle. Sollen Prozesse automatisiert werden, bietet sich die Lineartechnik mit ihren sicheren, wirtschaftlichen und zukunftsgerichteten Lösungen an. Durch die intelligente Kombination von Robotik und Lineartechnik ergeben sich weitere Vorteile, Einsparpotenziale lassen sich voll ausschöpfen und Prozesse effizienter gestalten.‣ weiterlesen

Für Socabelec, einen belgischen Hersteller von Roboterlösungen für die Glasindustrie, hat Vansichen eine maßgeschneiderte Verfahrachse entwickelt. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige