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Automatisierte Förderlösungen von Still

„Ein Megatrend“

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der Hamburger Staplerhersteller Still mit automatisierten Fahrzeugen und bietet unter der Marke iGo mittlerweile ein breites Portfolio an. Im Gespräch mit ROBOTIK UND PRODUKTION verrät Frank Müller, verantwortlich für das Brand Management in der EMEA-Region, welche Rolle die Automatisierung auf der strategischen Roadmap des Unternehmens spielt, welche Branchen und Anwendungen das größte Potenzial offerieren und welche Highlights Still auf der Logimat zeigt.

Automatisierungs-Highlights von Still auf der Logimat sind etwa das neue Unterfahr-AMR ACH sowie neue Features für den Kommissionierer OPX iGo Neo. (Bild: Still GmbHBild: Still GmbH)

Automatisierungs-Highlights von Still auf der Logimat sind etwa das neue Unterfahr-AMR ACH sowie neue Features für den Kommissionierer OPX iGo Neo. (Bild: Still GmbHBild: Still GmbH)

ROBOTIK UND PRODUKTION: Welches Automatisierungsangebot hält Still für den fertigungsnahen Einsatz und die Intralogistik heute bereit, Herr Müller?
Frank Müller:
Unser iGo-Programm deckt mittlerweile alle horizontalen und vertikalen Transportanwendungen in der Fabrik ab: beginnend beim Routenzug, über Hochhubwagen bis hin zu Schubmast- und Schmalgangstaplern. Bei unserem FTF-Portfolio handelt es sich um Standardfahrzeuge, die aber mit speziellen Automatisierungs-Kits ausgerüstet wurden. Sie lassen sich passgenau auf die jeweiligen kundenspezifischen Anforderungen abstimmen. Letztlich geht unser Programm aber soweit, dass wir vollautomatisierte Systeme für die Produktionslogistik und das Lager realisieren können. Auch wenn es um wirklich autonome Lösungen geht, bauen wir unser Angebot stetig aus. So etwa mit der zweiten Gene­ration unseres Kommissionierers OPX iGo Neo, der dem Menschen komplett ­ei­genverantwortlich folgen kann. Ein weiteres Beispiel ist unsere Unterfahr-AMR-Baureihe ACH, die wir zu Beginn des Jahres gelauncht haben und die es in unterschiedlichen Ausführungen geben wird, etwa für Kleinladungsträger oder auch für Paletten.

„Unser iGo-Programm deckt mittlerweile alle
horizontalen und vertikalen Transportanwendungen in der Fabrik ab.“
Frank Müller, Still (Bild: Still GmbH)

ROBOTIK UND PRODUKTION: Welche Rolle spielen automatisierte Lösungen bei der Positionierung des Unternehmens?
Müller: Bei fahrerlosen Transportfahrzeugen in der Fabrik handelt es sich um einen Megatrend, der in der jüngsten Vergangenheit nochmals erheblich an Fahrt aufgenommen hat. Entsprechend viele Kunden bewegen sich in diese Richtung – sei es aus Gründen der Sicherheit, des Fachkräftemangels oder der Standardisierung von Prozessen. Deshalb ist unser iGo-Portfolio schon heute von hoher Relevanz und bildet bei unserer strategischen Positionierung einen wichtigen Eckpfeiler. Auch wenn unser Brot-und-Butter-Geschäft noch bei den klassischen Flurförderzeugen liegt.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wird sich das ändern und die Automatisierung irgendwann zum Brot-und-Butter-Geschäft?
Müller: Das ist keine abwegige Vorstellung. Denn betrachtet man langfristige Marktprognosen und Analysen, dann sagen sie allesamt einen hochdynamischen Zuwachs auf der Automatisierungsseite voraus. Konkrete Zahlen und Geschäftserwartungen von Still kann ich dazu aber nicht nennen. Nur eines ist klar: Die Automatisierung wird sich grundsätzlich in zwei Richtungen stark entwickeln – zu standardisierten Lösungen, die auch für den Mittelstand bezahlbar und beherrschbar sind, sowie zu komplexen und hoch spezialisierten Systemen.

Automatisierungs-Highlights von Still auf der Logimat sind etwa das neue Unterfahr-AMR ACH sowie neue Features für den Kommissionierer OPX iGo Neo. (Bild: Still GmbH)

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie stark werden Automatisierungslösungen aus Ihrem Haus denn bereits kundenseitig nachgefragt?
Müller: Die Nachfrage nimmt stark zu. Und viele Kunden konfrontieren uns auch mit ganz klaren Vorstellungen. So will etwa ein großer Lebensmittelkonzern in den nächsten fünf Jahren 50 Prozent seiner innerbetrieblichen Logistikprozesse automatisieren. Dieses Beispiel zeigt, mit welcher Geschwindigkeit es vorangeht. Gerade, weil man auch gut Schritt für Schritt gehen, sprich die bestehende Infrastruktur und Brownfield-Anlagen teilautomatisieren kann. Solche Lösungen sind dann in der Regel sehr schnell wirtschaftlich tragfähig.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Gibt es Branchen und Marktsegmente, die besonders affin zu fahrerlosen Lösungen sind?
Müller: Wenn wir über Regionen reden, zeigen vor allem die Kunden aus den westeuropäischen Märkten Interesse. Sprechen wir über Branchen, ergibt sich ein deutlich breiter gefächertes Bild. Denn viele Marktsegmente beschäftigen sich mit der Automatisierung von Logistik- und Distributionsprozessen. Nicht nur in der Automobil- oder der Lebensmittelindustrie, sondern auch in Bereichen wie der Prozessindustrie oder dem Handel. Aus dem Outdoor-Bereich erreichen uns hingegen nur wenig Anfragen. Dort liegt der Schwerpunkt weiterhin auf manuell bedienten Fahrzeugen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße? Automatisieren hauptsächlich die Großen?
Müller: In Summe bilden die großen Unternehmen schon die Vorreitergruppe. Aber nicht exklusiv. Wir beliefern auch immer mehr mittelständische Firmen mit automatisierten Lösungen. Denn sie sehen sich ebenfalls mit den aktuellen Herausforderungen – etwa dem Fachkräftemangel – konfrontiert. Letztlich hängt es fast immer von der Affinität der Geschäftsführung zum Thema Automation ab. Zudem muss man oft gemeinsam ein Konzept erarbeiten und die Mittelständler ein Stück weit an die Hand nehmen. Das kann aufwändig werden, ist einer langfristigen Kundenbeziehung aber durchaus zuträglich.

„Wir beliefern immer mehr mittelständische Firmen mit auto­matisierten Lösungen.“
Frank Müller, Still

ROBOTIK UND PRODUKTION: Lässt sich pauschal sagen, wann sich Automatisierung lohnt und wann nicht?
Müller: Nein, pauschal ist das schlecht möglich. Man muss bei jeder Anfrage genau hinschauen. Geht es um eine hochdynamische und flexible Fertigungslandschaft, ist die Automatisierung erfahrungsgemäß recht schwierig. Ein gutes Zeichen hingegen ist, wenn es um repetitive Prozesse und standardisierte Ladungsträger geht. Aber selbst dann muss man anhand weiterer Faktoren prüfen, ob eine Automatisierung sinnvoll und wirtschaftlich ist. Im Endeffekt muss man immer ganz nah ran an den Kunden und eine individuelle Prozessanalyse durchführen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Lassen Sie uns abschließend noch einen Blick auf die kommende Logimat werfen: Welche selbstfahrenden Highlights von Still erwarten den Besucher dort, Herr Müller.
Müller: Wir positionieren unsere Automati­sierungslösungen auf der Logimat sehr prominent. So zeigen wir etwa live in der Messehalle das Zusammenspiel von unserem neuen AMR und einem automatisierten Schmalgangstapler – und damit eine Logistiklösung, die vom horizontalen in den vertikalen Bereich übergeht und wieder zurück. Im Vordergrund steht die neue Form der modernen Arbeitsteilung, welche die Transportprozesse in Lager oder Produktion künftig auf eine völlig neue Ebene heben wird. Darüber hinaus haben wir für den iGo Neo OPX neue Softwarefunktionen entwickelt, die wir ebenfalls den Messebesuchern in Stuttgart präsentieren. Sie verbessern z.B. nochmals die Personenerkennung bzw. die Sicherheit in der Anwendung und unterstreichen unseren Anspruch überall dort, wo Mensch und Maschine aufeinander treffen: Safety first!

Automatisierte Förderlösungen von Still
"Unser iGo-Programm deckt mittlerweile alle horizontalen und vertikalen Transportanwendungen in der Fabrik ab." Frank Müller, Still (Bild: Still GmbH)


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