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Interview mit Darius Wilke von Rethink Robotics

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie funktioniert das konkret? Lernt der Cobot durch Vormachen?

Wilke: Die Grundidee dahinter ist die folgende: Sawyer hat unterschiedliche Tasten an seinem Arm. Wenn eine Taste betätigt wird, kann man den Arm in den sogenannten Schwerelosigkeitsmodus, den ‚Zero-G Mode‘, versetzen. In diesem Modus ist es möglich, den Arm quasi wie schwerelos zu bewegen, da die Motoren das Gewicht des Arms aufheben. Nun kann man mit unterschiedlichen Tastenkombinationen sagen: ‚Ich möchte, dass du an dieser Stelle etwas aufhebst, den Greifer schließt und das Teil an einer anderen Stelle ablegst‘.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Gibt es über die eigentlichen Aufgaben hinaus einen Mehrwert, den der Cobot bietet – etwa eine Art Condition Monitoring?

Wilke: Momentan ist der Roboter noch nicht an die produktionsintere IT angeschlossen – daran arbeiten wir. Was wir mit dem Betriebssystem Intera 5.2 bereits können, ist die Anzeige der Leistungsdaten des Roboters. Wenn ein Kunde z.B. wissen möchte, wie viele Teile der Roboter verpackt hat, kann diese Information angezeigt werden. Wir können also die Anzahl der Picks und Places, die Dauer der Zykluszeit oder auch die Zeit, die Sawyer gebraucht hat, um ein Teil zu verpacken, zur Verfügung stellen. Kunden, die diese Funktion nutzen, sehen als nächsten Schritt die Bereitstellung von Daten in der Produktions-IT, um Data Analytics zu ermöglichen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Cobot und Mensch sollen zusammenarbeiten. Gibt es diesbezüglich Berührungsängste?

Wilke: Absolut. Es gibt eine gesunde Portion Neugier und in einigen Fällen eine gesunde Portion Skepsis bei den Mitarbeitern. Ein Roboter löst so eine Art Faszination aus und die Mitarbeiter sind neugierig auf die Technologie. Aber in manchen Fällen gibt es auch Ängste, etwa dass Roboter Arbeitsplätze wegnehmen. Fakt ist jedoch: Keiner unserer Kunden hat je einen Mitarbeiter aufgrund der Einführung eines Cobots entlassen. Zumal der Roboter auch unangenehme Aufgaben übernimmt, bei denen die Mitarbeiter froh sind, sie nicht mehr ausführen zu müssen.

Interview mit Darius Wilke von Rethink Robotics
Bild: Rethink Robotics, Inc.


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