Anzeige

Interview mit Helmut Schmid, Universal Robots

ROBTOTIK UND PRODUKTION: Wie weit ist es für die Robotik denn dann noch in unser alltägliches Leben?

Schmid: Es gibt ja heute schon einige Assistenzroboter in unserem Umfeld: Sei es der Thermomix, der Roboterstaubsauger oder der autonome Rasenmäher. Und es werden viele weitere dazukommen, je weiter die Entwicklung in Richtung künstlicher Intelligenz geht. Wenn man berücksichtigt, dass ein Algorythmus bei Go – einem der kompliziertesten Brettspiele der Welt – bereits unschlagbar ist, dann ist Science-Fiction nicht mehr so fern. Bleibt noch die Frage, wie man diese Entwicklung positiv in der allgemeinen Wahrnehmung verankert, anstatt als Bedrohung. Wenn Roboter nicht nur die Mitarbeiter in der Fabrik, sondern auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen entlasten, wenn behinderte Menschen eine Möglichkeit zur besseren Kommunikation und Interaktion bekommen – dann sind das doch hervorragende Beispiele. Aber: Neben den technologischen Möglichkeiten werden sicherlich auch immer ethische Prinzipien Grenzen für den Einsatz von Robotern und künstliche Intelligenz bestimmen.

ROBTOTIK UND PRODUKTION: Wie stark wirkt sich die Entwicklung auf Software- und KI-Seite auf Ihre Roadmap bei Universal Robots aus?

Schmid: Bei MRK spielt die Software heute schon eine bedeutende Rolle. Obwohl der Roboter an sich großteils mechanisch ist, sitzen in unserer Entwicklungsabteilung 70 bis 80 Prozent Software-Entwickler. Und dieser Anteil wird weiterhin wachsen. Denn auf dem Weg zu Machine-Learning, Big Data und Cloud-Anwendungen übernimmt die Software eben die Schlüsselrolle.

ROBTOTIK UND PRODUKTION: Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen und die neue Niederlassung in München?

Schmid: Diese Entwicklung wird allein auf Seite der Fachkräfte zu einer Herausforderung, speziell für den Mittelstand. Die Anzahl der benötigten Fachkräfte – auch und gerade im IT-Umfeld – kann der hiesige Markt heute schlicht und ergreifend nicht liefern. Dennoch muss man für die Zukunft planen: Mit den Räumlichkeiten in München haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um über die nächsten Jahre weiterhin mit 50 bis 60 Prozent pro Jahr wachsen zu können. Dafür benötigen wir neben den Entwicklern natürlich auch die richtigen Vertriebsleute. Vorrangig steht also der Kampf um die richtigen Mitarbeiter, der auch am neuen Standort nicht einfach ist. Gemäß unserem Ziel der Dezentralisierung wollen wir mittelfristig in allen Regionen der Welt solche Hotspots aufbauen. Abschließend lässt sich sagen: Das MRK-Pflänzchen wächst und wächst. Doch es ist noch kein Baum geworden. Zu diesem wird es sich aber auf jeden Fall entwickeln und deswegen wird über die nächsten Jahre im Automatisierungsumfeld noch viel passieren.

Interview mit Helmut Schmid, Universal Robots
Bild: Universal Robots (Germany) GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Ende Mai veranstaltete Tünkers unter dem Motto ‚Agile Automation‘ seine alljährliche Fachtagung im Industriepark Ratingen. Neben einer Hausmesse mit ca. 2.000m² Austellungsfläche, auf der sich die Marken der Tünkers-Gruppe und ausgewählte Partnerunternehmen präsentierten, wurde die Möglichkeit geboten, die Produktionshallen in Augenschein zu nehmen und im Rahmen von individuellen Führungen einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. ‣ weiterlesen

OnRobot hat sein erstes Büro in Deutschland eröffnet. Mit der Niederlassung im nordrhein-westfälischen Soest will der neue General Manager Björn Milsch die Präsenz des Unternehmens in den Märkten DACH und Benelux weiter ausbauen. ‣ weiterlesen

Anzeige

Die Anzahl der forensisch-genetischen Untersuchungen an Tatortspuren hat in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen. Dem Institut für Rechtsmedizin steht mit dem Virtobot ein zukunftsweisendes System zur Verfügung, welches es ermöglicht, automatisiert Gewebeproben zu entnehmen und 3D-Scan durchzuführen. Die Automatisierung des Analyseprozesses sorgt für Effizienz und erleichtert gleichzeitig das Einhalten von Sicherheits- und Qualitätsstandards.‣ weiterlesen

Anzeige

Für den geplanten Markteintritt werden erstmals Cobots von Kassow Robots in Nordamerika  gezeigt, und zwar auf dem Stand des neuen Partners Gibson Engineering auf der Messe ATX in New York. ‣ weiterlesen

Anzeige

Am 6. Juni hat Pia Automation Kunden, Interessenten und potenzielle Geschäftspartner an den neuen Unternehmenssitz in Bad Neustadt eingeladen. Anlässlich der am darauf folgenden Tag anstehenden Eröffnungsfeier für den neuen Standort ging es auf der Fachtagung Pia 4.0 unter dem Motto ‚Raus aus der Vision, rein in die Praxis‘ vor allem um das Thema Digitalisierung. Nach der offiziellen Begrüßung durch CEO Johannes Linden starteten CSO Thomas Ernst und CDO Claude Eisenmann mit einer Einführung zum Geschäftsfeld des Unternehmens. ‣ weiterlesen

Anzeige

Um seine Positionierung als Global Player zu festigen, plant VWH den Bau eines Technologiezentrums. Es soll den Geschäftsbereich Kunststofftechnik komplettieren und sich mit den Themengebieten Rapid Prototyping, Rapid Tooling und Additive Manufacturing befassen. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige