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Trendumfrage Mensch/Roboter-Kollaboration

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie groß ist der Anteil an Roboteranwendungen, der künftig mit MRK-Konzepten gelöst wird? Was denken Sie, in welchem Zeitraum wird MRK flächendeckend umgesetzt?

Mayer: In einer sehr breiten Auslegung, wo MRK bloß die Unterstützung von menschlichen Mitarbeitern durch Computersysteme umschreibt, werden meiner Meinung nach sämtliche Tätigkeiten betroffen sein. Bei einer engeren Auffassung von MRK als echt kollaborative Systeme mit kontextspezifischem Verhalten, fortgeschrittener Handlungs- bzw. Ablaufplanung und direkter Interaktion mit Menschen spielen vor allem ökonomische Fragen eine Rolle: In vielen Industrien sind Roboter zu teuer. Ich sehe aber großes Potenzial für diese Form der MRK bei Fertigungsprozessen für massenindividualisierte Produkte und besonders in KMUs, insbesondere in Hochlohnländern.

Pühringer: Derzeit ist der Bedarf an MRK-Lösungen noch vergleichsweise gering. Wir gehen allerdings von einem starken Wachstum im Bereich mobiler und kollaborativer Anwendungen aus. Leistungsfähige, kollaborative Roboter sind noch nicht lange am Markt verfügbar und gerade auf dem Weg, sich zu etablieren. Wie schnell die Marktdurchdringung mit diesen MRK-Lösungen voranschreitet, wird entscheidend von der Kreativität auf Anwenderseite abhängen. Wir sind aber überzeugt davon, dass Fertigungsplaner, Konstrukteure und Integratoren in aller Welt die Vorteile dieser neuen Technologie erkennen und rasch umsetzen.

Hoene: Laut IFR werden zwischen 2018 und 2021 fast 2,1 Millionen neue Industrieroboter in Fabriken auf der ganzen Welt installiert. Die prognostizierten Wachstumsraten für MRK-Anwendungen sind um ein vielfaches höher. Allerdings sind natürlich noch nicht so viele Cobots im Feld. Abhängig von verschiedenen Einflussgrößen, wie Taktzeiten, Losgrößen, Mitarbeiterverfügbarkeiten und vor allem Prozessen, werden die automatisierten und flexiblen Produktionsstationen von morgen sinnvoll ausgestaltet sein. Das kann von einer reinen manuellen Montagestation bis hin zu einer vollautomatisierten Ausschweißstation reichen. Dazwischen skaliert und gestaltet sich der Einsatz von MRK-Lösungen.

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 (Bild: Simon Mayer)

„Die Produktivität von MRK lässt sich steigern, indem wir Maschinen bzw. Robotern umfassenderes Kontextverständnis beibringen.“ Dr. Simon Mayer, Universität St. Gallen (Bild: Simon Mayer)

Ensslen: Durch MRK wird das Feld an Roboteranwendungen immens ausgedehnt. Wie groß diese Feld dann ist, das kann heute niemand sagen. MRK kann überall dort eingesetzt werden, wo der Mensch bei der Ausführung von Aufgaben nicht viel selbst entscheiden muss. Die flächendeckende Umsetzung wird noch auf sich warten lassen, aber ich bin der Meinung, dass ab 2025 MRK zumindest im Standardrepertoire aller Produktionsumgebungen sein wird. Ab dann wird MRK aber sicher bei jeder Entscheidung eine ernstzunehmende Option sein. (fiz)

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