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Interview mit Frank Blase, Geschäftsführer von Igus

ROBOTIK UND PRODUKTION: Arbeiten Sie dabei auch mit Partnern bzw. Integratoren zusammen?

Blase: Nein, das machen wir komplett selbst. Wie gesagt, ist es uns sehr wichtig eigenes Know-how aufzubauen, auch in Bezug auf die nötigen Schnittstellen zu Steuerungen oder Vision-Systemen. Da es für Igus jedoch wirklich noch ein neuer Bereich ist, muss ich als Geschäftsführer darauf achten, dass wir uns hier nicht zu viel vornehmen und auch nicht zu viel versprechen. Insofern beliefern wir Kunden mit den Bauteilen und geben auch gerne Tipps – als Integrator werden wir aber sicherlich nicht auftreten.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Die Idee für die jeweilige Low-Cost-Applikation muss also in der Regel von Anwenderseite kommen.

Blase: Ganz klar. Wir bei Igus sind vom Werkstoff Kunststoff und dessen Potenzial für die industrielle Fertigung überzeugt. Nun muss auch der Anwender die Vielfalt der Möglichkeiten entdecken, während wir das Produkt selbst konzentrieren. Dieses Bewusstsein wollen wir mit unserem Ideenwettbewerb fördern, den wir in diesem Jahr erstmals ausgerufen haben, und hoffen, dass sich damit der Low-Cost-Gedanke in der Robotik etwas schneller etabliert und sich der Lerneffekt für alle Seiten beschleunigt. Abseits davon arbeiten wir aber gerade seit der Hannover Messe auch durchaus mit namhaften Firmen zusammen, die mit den Leichtbauarmen bereits Pilotversuche machen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Das klingt so, als gäbe es hier noch nicht sehr viel Wettbewerb für Ihr Unternehmen?

Blase: Ja. Vor allem, weil es noch ein sehr überschaubarer Markt ist. Wenn er wächst, wird aber auch die Zahl der Marktbegleiter steigen. Das haben wir ja schon in vielen anderen Bereichen gesehen – seien es Gleitlager oder Energieketten.

 (Bild: ?Chris Walter)

(Bild: ©Chris Walter)

ROBOTIK UND PRODUKTION: Der Robolink-Baukasten ist ja nicht ganz neu bei Igus, sondern es gibt ihn bereits seit einigen Jahren.

Blase: Das ist richtig. Angefangen haben wir mit der Seilzugtechnik, also einem eher bionischen Ansatz. Jedoch ist es auf diese Weise oft sehr anspruchsvoll, einen Prozessschritt zu automatisieren. Aus unseren ersten Erfahrungen und von Kundenanfragen aus dieser Richtung hat sich aber bestätigt, dass es auf jeden Fall einen Bedarf für Low-Cost-Lösungen in der Robotik gibt. In der Folge haben wir auch hier unser Motion-Plastics-Kernelement fokussiert und überlegt, wie man kompakte klassische Roboterkinematiken mit Getriebe aus Kunststoff nachbauen oder nachempfinden kann. Daraus ist dann letztendlich der neue Baukasten entstanden.

Interview mit Frank Blase, Geschäftsführer von Igus
Bild: Igus GmbH


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