Anzeige
Anzeige

Deep Learning für intelligentes Bin Picking

KI-basierter Griff in die Kiste

Roboter in Fabriken werden meist für monotone Aufgaben eingesetzt, da sie nicht die kognitiven Fähigkeiten einer menschlichen Arbeitskraft besitzen. Das beginnt sich jedoch durch den Einfluss von künstlicher Intelligenz (KI) und 3D-Vision-Systemen zu ändern. Durch deren Nutzung kann der Roboter produktiver und flexibler arbeiten, wie eine neue KI-basierte Bildverarbeitungslösung zeigt.

AccuPick unterscheidet sich von herkömmlichen 3D-Systemen durch die Anwendung von Deep Learning. (Bild: Solomon Technology Corporation)

AccuPick unterscheidet sich von herkömmlichen 3D-Systemen durch die Anwendung von Deep Learning. (Bild: Solomon Technology Corporation)

Durch die nahtlose Integration moderner Scanner-Hardware, 3D-Verarbeitungssoftware und KI-Technik ist das AccuPick 3D-System in der Lage, Bin Picking mit hoher Erkennungsrate und Benutzerfreundlichkeit durchzuführen. Im System arbeitet der Lichtfarbscanner Solscan, der gemustertes Licht auf Objekte projiziert und als Ausgabe eine dichte Punktwolke mit der 3D-Topologie von Objekten erzeugt. Es gibt zwei Versionen des Scanners mit Auflösungen von 2,3 und 5 Megapixel. Das Sichtfeld reicht von 270×180 bis 1.200x800mm bei Arbeitsabständen von 450 bis 2.000mm. Die Messzeit beträgt 0,1 bis 0,2s bei einer 3D-Rate von >10Hz. Was AccuPick von herkömmlichen 3D-Systemen unterscheidet, ist die Fähigkeit, komplex geformte Objekte effektiv und effizient zu erkennen. Das ist möglich durch den Einsatz von Deep-Learning-Algorithmen. Die Zeit, die für den Lernprozess der Software aufgewendet wird, um die Werkstücke unabhängig von Position und Ausrichtung zu erkennen, lässt sich bis zu 70 Prozent reduzieren. Darüber hinaus ist das Bahnplanungsmodul des Systems speziell auf Anwendungen ausgerichtet, bei denen Roboterarme innerhalb eines übergroßen Behälters manövriert werden müssen. Das System wurde erfolgreich in verschiedenen Industriezweigen eingesetzt, darunter in Automobilbau, Elektronikfertigung, Lebensmittelverpackung, Maschinenbedienung und Palettierung. Es bietet dem Anwender viel Flexibilität durch die Fähigkeit, komplexe Umgebungen zu erkennen, z.B. das Kommissionieren und Sortieren verschiedener Objekte oder das Bestimmen der richtigen Ausrichtung von verschlossenen Werkstücken. AccuPick ist kompatibel mit bekannten Robotermarken wie Universal Robots, Fanuc, Stäubli, Yaskawa, Kuka oder ABB.

3D-Vision-geführter Roboter

Die fixe Platzierung eines Werkstück in einer Produktionslinie ist häufig schwierig, da die händische Platzierung nicht akkurat genug für einen Roboter ist, um die Aufgabe korrekt auszuführen. Die Alternative besteht darin, mechanische Vorrichtungen zu entwickeln, die auf jedes Werkstück abgestimmt sind, sodass ein Roboter die Aufgabe ausführen kann, nachdem die Position des Werkstücks mechanisch festgelegt wurde. Die Nachteile dieses mechanischen Ansatzes sind die hohen Kosten für die Konstruktion dieser Vorrichtungen, die mangelnde Flexibilität, wenn ein Teil nicht mehr produziert wird, und die Umrüstzeiten in den Produktionslinien. Die 3D-Vision-gesteuerte Roboterlösung Solmotion nimmt diesen Aufgaben die Komplexität, da sie einzigartige Merkmale an einem Werkstück erkennt und somit die 3D-Position und Orientierung des Werkstücks auch bei ungenauer Platzierung erkennen kann. Der Solscan-3D-Scanner macht eine Momentaufnahme des Werkstücks, die Software passt sich umgehend an und berechnet die erforderlichen Routen für die Bewegungen des Roboters.

Deep Learning für intelligentes Bin Picking
Bild: Solomon Technology Corporation


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Längentransfersysteme sind für die Montage und Prüfung von unterschiedlichen Produktgruppen geeignet, da sie platzsparend und modular aufgebaut sind. In einem Projekt von Fischer Sondermaschinenbau sollten nicht nur viele Einzelteile innerhalb kurzer Zeit montiert werden, anschließend sollte eine Prüfstation noch zu 100 Prozent prüfen und nach Fehlermerkmalen sortieren. Ein Längentransfersystem mit fünf Scara- Robotern konnte diesen Anforderungen gerecht werden.‣ weiterlesen

Anzeige

In der aktuellen Trendumfrage hat ROBOTIK UND PRODUKTION Experten zum Thema Robot Operating System (ROS) befragt. Dabei ging es unter anderem um Vor- und Nachteile des Open-Source-Frameworks und darum, was passieren muss, damit ROS sich als Standard in der Industrie durchsetzt. Es antworteten Detlev Dahl, geschäftsführender Gesellschafter von Dahl Automation, Alexander Barth, Sales Manager Europe für Robotik bei Keba, und Dr. Manuel Schön, Product Management Controller bei Pilz.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Prüfung von Touchscreens im Temperaturbereich von -40 bis +85°C stellt höchste Anforderungen an das Prüfequipment, insbesondere an die Robotik. In einem Klimaschrank muss der Roboter ohne Schutzmantel, der das Prüfergebnis verfälschen könnte, über lange Zeit die haptische Bedienung eines Touchscreens simulieren. Hierbei sind vor allem hohe Präzision, große Dynamik und thermische Robustheit gefragt.‣ weiterlesen

Anzeige

Durch Robot Vision können heute viele Industrieprozesse wirtschaftlich automatisiert werden. Doch bereits die Projektierung einer Robotikanwendung ist komplex und zeitintensiv. Frühzeitige Tests der Hard- und Software sollen Störungen bei der Inbetriebnahme vermeiden. Die Entwicklung und Verbesserung von Greifprozessen erfolgt mit dem Mikado ARC Simulator vollständig virtuell und soll damit die Inbetriebnahmezeit am Roboter und die Entwicklungskosten für neue Hardwarekomponenten reduzieren.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Masterstudenten Aaron Müller, Marius Artmann und Michael Koschny haben in einem Masterprojekt an der FH Münster einen neuartigen 3D-Drucker gebaut. Die Besonderheit: Die Basis des Druckers ist ein sechsachsiger Industrieroboter. ‣ weiterlesen

Anzeige

Die automatische Berechnung kollisionsfreier Bahnen für Roboter erleichtert die Arbeit des Bedieners. Denn mithilfe des intelligenten Softwaremoduls AutoPath entfällt die zeitaufwendige manuelle Erzeugung von Zwischenpunkten bei der Bahnplanung. Zudem ist hierfür kein spezielles Robotik-Knowhow nötig.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige