Anzeige

Autonomer Lieferroboter auf Schweizer Straßen

Wenn der Kofferraum selbst fährt

Das Thema Drohnen ist in aller Munde. Dabei wird der letztendliche Durchbruch der Lieferroboter wohl am Boden stattfinden. Noch handelt es sich bei den autonomen Transportgefährten um wenige Prototypen, aber möglicherweise werden sie schon bald zum Alltagsbild gehören – falls die Gesetzgeber mitspielen.

CEO Torsten Scholl von TeleRetail bezeichnet seinen autonomen Lieferroboter als fahrbaren Kofferraum. (Bild: Maxon Motor GmbH)

CEO Torsten Scholl von TeleRetail bezeichnet seinen autonomen Lieferroboter als fahrbaren Kofferraum. (Bild: Maxon Motor GmbH)

Fußgänger auf der ganzen Welt sind ihnen bereits auf dem Gehsteig begegnet: autonomen Lieferrobotern. Kisten auf Rädern, ausgestattet mit Sensoren, intelligenter Software und starken Motoren. Entwickelt, um den Weg von A nach B selbstständig und zuverlässig zurückzulegen und dabei niemanden zu behindern oder zu gefährden. Auch wenn es sich bei den gesichteten Fahrzeugen um Prototypen handelt, so ist es gut möglich, dass autonome Lieferroboter schon bald zum Alltagsbild gehören – als Bestandteil der Stadt der Zukunft. Die ersten Schritte oder Radumdrehungen, in diese Richtung werden allerdings fern von der Großstadt gemacht: In Saas Fee, einer kleinen Berggemeinde am Fuße der höchsten Berge der Schweiz. Hier sind Verbrennungsmotoren verboten. Ideale Voraussetzungen, um elektrisch angetriebene Ideen auszuprobieren.

Lokales Gewerbe unter Zugzwang

Die neue Idee: ein Lieferroboter des Schweizer Startups TeleRetail, gegründet 2014 von CEO Torsten Scholl. Seinen Roboter bezeichnet er als fahrbaren Kofferraum. Schließlich soll er wie ein Auto den Einkauf oder Pakete transportieren – ganz autonom. „Auch wenn wir bald selbstfahrende Autos haben, macht es doch keinen Sinn, diese nur mit kleinen Lasten rumfahren zu lassen. Ein kleiner Roboter ist sparsamer und verstopft die Straßen nicht.“ Scholl ist an ein bekanntes Phänomen herangetreten: „Die Leute bestellen heute praktisch nur noch online, da müssen die lokalen Geschäfte mitziehen, sonst verschwinden sie bald.“ So ist er auf die Idee eines Online-Vertriebsnetzes für das lokale Gewerbe gekommen. Die Leute bestellen ihr Brot, ihre Milch oder andere Ware bequem online und lassen es sich nach Hause liefern – per Fahrradkurier oder eben künftig per Roboter.

Unterstützung durch Industriepartner

Nun geht es darum, den Lieferroboter fit für den Einsatz zu machen. Deshalb arbeitet TeleRetail eng mit verschiedenen Industriepartnern zusammen. Seit Herbst 2016 auch mit Maxon Motor. „Mit den Ingenieuren von Maxon haben wir verschiedene Ansätze durchgespielt, um die optimale Lösung zu finden. Der bürstenlose DC-Flachmotor EC 90 ist bereits als Antrieb eingesetzt worden und hat überzeugt. Bald möchten wir bereits stärkere Motoren wie den Bikemotor testen“, sagt Scholl. „Ich bin gespannt, wie es weitergeht.“ Technische Herausforderungen sind eine Sache. Die andere sind gesetzliche Anpassungen. Denn heute können autonome Lieferroboter nur mit Spezialbewilligungen wie in Saas Fee unterwegs sein. Scholl schätzt, dass es noch rund fünf Jahre dauert, bis die Gesetze angepasst werden. In einigen Ländern könne es vielleicht auch schneller gehen. Fest steht: Über kurz oder lang werden Lieferroboter ein fester Bestandteil unseres Alltags sein.

Autonomer Lieferroboter auf Schweizer Straßen
Bild: Maxon Motor GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Sie hatte es tatsächlich gesagt, die Bundeskanzlerin. Angela Merkel monierte schon 2016, dass ausländische - konkret: chinesische - Unternehmen sich Hochtechnologie 'Made in Germany' einverleiben. Aber da waren bereits mehrere Kinder in diverse Brunnen gefallen, wenn dieses Bild erlaubt ist. Beim Augsburger Roboter- und Anlagenbauer Kuka könnte es bald richtig knallen.‣ weiterlesen

Anzeige

Anfang Februar begrüßte das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA Fach- und Führungskräfte aus der Logistik und Materialflussplanung, dem Einzel- und Versandhandel, Anlagenhersteller sowie Systemintegratoren zum Technologieseminar Roboter im Warenlager.‣ weiterlesen

Anzeige

Laut VDMA hat sich der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ein guter Anlass für die 33. Ausgabe der Messe Control, die Fläche zu erweitern. Die neu hinzugekommene Halle 8 soll künftig die zentrale Plattform für QS-Systeme, QS-Software und QS-Services werden.‣ weiterlesen

Die diesjährige Hannover Messe wartet unter dem Motto 'Integrated Industry - Industrial Intelligence' in diesem Jahr verstärkt mit den Themen Vernetzung von Mensch und Maschine sowie künstliche Intelligenz auf. Neben Neuheiten von zahlreichen Herstellern aus den Bereichen Industrieautomation und IT informiert auch ein Robotikkongress über die neusten Trends auf den Gebieten MRK, Safety, Sensorik und Vision.‣ weiterlesen

Kleine und mittlere Unternehmen können häufig keine großen Budgets für die Automatisierung ihrer Fertigung einplanen. Kostengünstige Scara-Roboter bieten hier eine Alternative und ermöglichen kurze Amortisationszeiten. Aufgrund von integrierter Steuerung, intuitiver Bedienung und schneller Umrüstbarkeit sind sie zudem sehr flexibel einsetzbar.‣ weiterlesen

Bei dem Industrierobotertyp Scara handelt es sich um einen horizontalen Gelenkarmroboter. Diese Kinematik ist vor allem für ihre schnellen und wiederholgenauen Bewegungen bekannt und eignet sich daher in erster Linie für Pick&Place-Anwendungen sowie kleinere Montage- und Fügeaufgaben.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige