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Zusammenrücken!

So unterschiedlich sie in vielerlei Hinsicht auch sein mögen – Menschen und Roboter haben eines gemeinsam: Von beiden gibt es immer mehr auf dieser Welt. Machen wir das Beste daraus!

Mathis Bayerdörfer, Chefredakteur, ROBOTIK UND PRODUKTION (Bild: TeDo Verlag)

Dass die Zahl der Erdenbürger rapide wächst und auch deren Dichte zunimmt, ist kein Geheimnis. 1950 gab es gerade mal zweieinhalb Milliarden Menschen, im Jahr 2000 bereits gut sechs. Heute ist die Sieben-Milliarden-Marke längst geknackt. Nicht nur die Bevölkerung wächst, sondern auch die Roboterpopulation: Der Robotikverband IFR hat dazu kürzlich neue Zahlen veröffentlicht. Demnach ist die Roboterdichte 2016 weltweit bei 74 Einheiten pro 10.000 Arbeitnehmer der Fertigungsindustrie angekommen. Ein Jahr zuvor waren es noch 66 Einheiten. Auch nicht gerade langsam, der Zuwachs.

Im internationalen Ländervergleich liegt nach wie vor Südkorea unangefochten an der Spitze – mit sage und schreibe dem achtfachen des globalen Durchschnitts. Platz zwei geht an den Stadtstaat Singapur. Deutschland liegt mit 309 Robotern pro 10.000 Arbeiter aktuell auf Platz 3, eine Nasenlänge vor Japan. Größter Wachstumstreiber ist aber unstrittig China. Schließlich setzt das Vorhaben, bis 2020 in die Top 10 der am stärksten automatisierten Nationen aufzusteigen, eine gewaltige Dynamik bei neu installierten Robotern voraus.

Wenn also Bevölkerungs- und Roboterdichte parallel ansteigen, gibt es dann automatisch mehr Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine? Die technologische Entwicklung sorgt zweifelsohne dafür, dass Roboter immer mehr Tätigkeiten übernehmen können, die bislang dem Menschen vorbehalten waren. Aktuelle Studien schätzen das Potenzial mittelfristig einzusparender Arbeitsplätze durch Roboter in Deutschland auf fast 25 Prozent.

Doch dass sich das Bevölkerungswachstum und der demografische Wandel zu den zentralen globalen Herausforderungen entwickeln, ist ebenfalls kein Geheimnis – im Jahr 2050 sollen es zehn Milliarden Menschen auf der Welt sein, so die Prognosen. Wie lassen sich diese harten Nüsse knacken? Welches sind die richtigen technischen und technologischen Ansätze, um der Zukunft zu begegnen? Und in wie weit wird die Robotik dazu beitragen?

Diese Fragestellungen sind zu gewichtig und vielschichtig, als dass wir sie im vorliegenden Heft auflösen könnten. Aber der Schwerpunkt zum Thema Mensch/Roboter-Kollaboration in dieser Ausgabe von ROBOTIK UND PRODUKTION beleuchtet viele neue Konzepte und Lösungen, wie Mensch und Roboter in der Fabrik direkt zusammenarbeiten können, um Qualität und Produktion zu verbessern. Sie zeigen: In die Zukunft geht es mit steigender Tendenz Hand in Hand. In diesem Sinne wünsche ich eine interessante Lektüre.

Zusammenrücken!
Mathis Bayerdörfer, Chefredakteur, ROBOTIK UND PRODUKTION (Bild: TeDo Verlag GmbH)


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