Prozessbeschleunigung um bis zu Faktor 100

 ArtiMinds Robotics: Intelligent Roboter programmieren

Hochflexibel und dabei leicht einzurichten: Kunden verschiedenster Branchen wünschen sich diese Kombination für den Einsatz von Industrierobotern schon lange. Dies war bis vor kurzem jedoch so nicht möglich. ArtiMinds Robotics ist ein Hochtechnologieunternehmen aus Karlsruhe, welches mit seiner Softwareplattform nun die einfache Programmierung von komplexen, flexiblen Roboteranwendungen Wirklichkeit werden lässt.

Einsatz eines Demonstrators sowie der Software in der Elektronik-Montage (Bild: ArtiMinds Robotics GmbH)

Einsatz eines Demonstrators sowie der Software in der Elektronik-Montage (Bild: ArtiMinds Robotics GmbH)

Industrierobotern mittels Kraftsensoren und Kameras bei der Ausführung komplexer Aufgaben und bei Prozessvarianzen die nötige Flexibilität zu ermöglichen, ist schon seit über drei Jahrzehnten ein Thema von Forschung und Entwicklung. Jedoch erreichen Roboterprogramme, welche Kraft- und Kameradaten intelligent berücksichtigen und in anpassungsfähigen Roboterbewegungen resultieren, schnell eine enorme Komplexität. Daher war bisher die Erstellung solcher flexiblen, sensor-adaptiven Roboterprogramme nur mit extremem Aufwand durch Fachexperten möglich und entsprechend selten wirtschaftlich. Das Softwareprodukt ArtiMinds Robot Programming Suite (RPS) von ArtiMinds Robotics arbeitet mit Robotersystemen, Sensoren, Greifern und Peripherie verschiedener Hersteller. Es deckt die Anforderungen des kompletten Inbetriebnahmeprozesses ab, von Simulation der Erreichbarkeiten und Taktzeiten, über das Ausführen auf dem Roboter als auch eventuelle Programmadaption durch den Bediener. Dies spart viel Zeit – so ergab ein interner Benchmark durch einen namhaften Roboter-Systemintegrator eine Prozessbeschleunigung um Faktor 100. Erreicht wird dies durch einen einfachen, dreistufigen Programmierprozess:

  • • Drag&Drop von Bewegungstypen für Abschnitte des Bewegungsablaufs in eine Sequenz einer grafischen Benutzerschnittstelle. Bewegungstypen sind z.B. ’sanftes Ablegen‘, ‚kraft-geregeltes Einfügen‘ oder ‚Oberflächen mittels Kraftregelung ausrichten‘.
  • • Teach-in einiger weniger Schlüsselstellungen des Roboters für den Abschnitt. Dies kann mit dem Teach Pendant, durch direktes Führen von kollaborativen Robotern an ihrem Endeffektor oder am virtuellen Roboter in der Simulationsumgebung der Software durchgeführt werden. Für eine Roboteraufgabe kann beliebig und nahtlos zwischen den unterschiedlichen Teachverfahren gewechselt werden.
  • • Der Berechnung der nominalen Robotertrajektorie, überlagerter Kraftregler, Simulation der programmierten Roboterbewegung, folgt schließlich die Erzeugung eines Programms in der nativen Programmiersprache des Zielrobotersystems. Dieses erzeugte Programm kann schließlich eigenständig auf dem unmodifizierten Robotercontroller laufen. Daher kann am Ende die via Netzwerk verbundene Roboterprogrammiersoftware abgetrennt werden.
ArtiMinds Robotics: Intelligent Roboter programmieren
Bild: ArtiMinds Robotics GmbH


Das könnte Sie auch interessieren

ROBOTIK UND PRODUKTION 3/2017: MRK-Systeme einfach realisieren

Bei der Umsetzung von Applikationen der Mensch/Roboter-Kollaboration müssen sich Anwender und Integratoren nach wie vor der Herausforderung von Risikobeurteilung und Validierung stellen.

Anzeige
ROBOTIK UND PRODUKTION 3/2017: Aktionsradius von Industrierobotern einfach und wirtschaftlich erweitern

Mit dem Konzept der siebten Achse erhalten Roboteranwendungen einen größeren Arbeitsbereich. Dabei bewegt sich der komplette Roboter auf einer bodennahen Linearachse.

Anzeige
Zeitsparende Robotiklösung gewinnt Ideenwettbewerb

Auf der diesjährigen Motek wurde jetzt der Gewinner des Ideenwettbewerbs Low Cost Robotics bekanntgegeben: MLC-Engineering kombinierte für den Wettbewerb einen modularen Robolink-Gelenkarm zur Maschinenbestückung mit optischer Messtechnik und erzielte dadurch eine Zeitersparnis von 76%.

Das Seminar ‚Einführung in die Robotertechnik‘ von Omron liefert wichtige Auswahlkriterien für das geeignete Robotersystem und zeigt die Fähigkeiten moderner Robotersysteme mit integrierter Bildverarbeitung auf. Die Teilnehmer erhalten Antworten auf viele Fragen rund um die Themen Robotik, Bildverarbeitung und Simulation.

Anzeige
Wachstumsprognose für Robotik und Automation in Deutschland

Der VDMA erhöht seine Wachstumsprognose 2017 für die Branche Robotik und Automation in Deutschland von 7 auf 11%. Alle drei Segmente sind auf starkem Wachstumskurs: Die industrielle Bildverarbeitung wird nach neuer Prognose ein Umsatzplus von 18% erreichen, statt der zunächst erwarteten 10%. Das entspricht einem Branchenumsatz von 2,6Mrd.€.

Zukunft der Elektronikfertigung auf der Productronica

Wie die Entwicklung und Fertigung von Elektronik zukünftig aussehen wird, zeigt die Fachmesse Productronica von 14. bis 17. November in München. Zu den Schwerpunktthemen zählen neben Robotik und Miniatisierung auch Halbleiterlösungen und Digitalisierung.