Anzeige
Anzeige

Roboter schleifen Schaltschränke produktiver

Weil die Unterdruckleitungen an den Vakuumgreifern ihres Schleifroboters durch starke mechanische Belastungen immer wieder undicht wurden, setzte Rittal versuchsweise Multiflex-Schwenkkupplungen von Atlas Copco ein. Der eigentlich für Druckluftwerkzeuge konzipierte Kupplungstyp bewährt sich inzwischen seit über einem Jahr.

Der Schleifroboter führt das Schaltschrankgehäuse an den rotierenden Schleifbändern, Bürsten und Polierscheiben entlang. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Der Schleifroboter führt das Schaltschrankgehäuse an den rotierenden Schleifbändern, Bürsten und Polierscheiben entlang. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Tausende von Schaltschränken aus Edelstahl produziert Rittal in seinem Werk im hessischen Wissenbach jedes Jahr. Nach dem Schweißen müssen die Nähte der Gehäuse mit Schleif- und Polierbürsten nachbearbeitet werden, weil der Werkstoff durch das Schweißen farbig wird. „Bis vor zwei Jahren haben wir das fast durchweg in Handarbeit erledigt“, so Jörg Waldschmidt vom Rittal-Technologie- und Servicecenter. „Aber nachdem die Produktionsmengen stetig anstiegen, konnten wir unseren Mitarbeitern diese laute und körperlich anstrengende Tätigkeit nicht mehr zumuten.“

Jörg Waldschmidt (l.) und Markus Bräuer setzen dem Verschleiß der Leitungen durch die Kupplung ein Ende. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Jörg Waldschmidt (l.) und Markus Bräuer setzen dem Verschleiß der Leitungen durch die Kupplung ein Ende. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Roboter erledigt Schleifarbeiten

Im Bereich der AE-Edelstahl-Kompaktschaltschrank-Serie übernimmt seit einiger Zeit ein Roboter den Hauptteil dieser Arbeiten. Da der Industrieroboter in einer geschlossenen Zelle arbeitet, sank der Lärmpegel in der Werkshalle spürbar. Auch die Staubbelastung verringerte sich durch diese Abkapselung. „Der Roboter entnimmt über seine Vakuumgreifer mit einem Unterdruck von 0,8bar die Gehäuserohlinge der Fertigungslinie und führt sie an den rotierenden Korundschleifmitteln, speziellen Bürsten, Schleifbändern und Polierscheiben für die Außen- und Innenbearbeitung entlang“, schildert Waldschmidt den Fertigungsablauf.

Mit der Multiflex-Kupplung folgt jeder Druckluftschlauch allen Bewegungen des Werkers, lässt sich in alle Richtungen drehen und schwenken und arbeitet dabei leckagefrei. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Mit der Multiflex-Kupplung folgt jeder Druckluftschlauch allen Bewegungen des Werkers, lässt sich in alle Richtungen drehen und schwenken und arbeitet dabei leckagefrei. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Vakuumleitungsverbindungen verschleißen schnell

Dabei wählte man die Vakuumgreifer als wirtschaftlichste und praktikabelste Lösung. „Doch diese war nicht frei von Problemen“, gibt der Produktionsverantwortliche zu. Starke Belastung durch die vielfachen Dreh-, Schwenk- und Kippbewegungen in allen Achsen sowie der Dreischichtbetrieb in der abrasiven Umgebung ließen die Dichtungselemente an beanspruchten Verbindungselementen der Vakuumleitungen schon nach kurzer Zeit verschleißen. „Der Unterdruck war durch kleine Lecks einfach nicht mehr stark genug, und so konnten die Werkstücke im schlimmsten Fall aus dem Greifer rutschen. Defekte Leitungen am Roboter, Schäden an den Bearbeitungsmaschinen sowie Macken und Beulen am Bauteil selbst waren die Folge“, blickt Waldschmidt zurück.

Die Multiflex-Kupplung folgt allen Bewegungen des Roboters, so dass die Leitungen nicht unter Biegespannungen leiden. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Die Multiflex-Kupplung folgt allen Bewegungen des Roboters, so dass die Leitungen nicht unter Biegespannungen leiden. (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Roboter schleifen Schaltschränke produktiver
Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Die 3D-Kamera Tofguard ermöglicht es, Time-of-Flight (ToF) mit Safety-Zulassung für die sichere Raumüberwachung im Industrieumfeld zu nutzen. Spotguard, das Produkt aus Hard- und Software, erkennt in Echtzeit Objekte, die in Gefährdungs- bzw. Bewegungsräume eindringen. Wie das möglich ist, verrät Franz Duregger, Director Sales & Marketing bei Tofmotion.‣ weiterlesen

Anzeige

Das Antikollisionssystem Smart Skin von Fogale Robotics soll dabei helfen, Industrieroboter in Cobots umzuwandeln sowie die Sicherheits- und Interaktionsmöglichkeiten bestehender kollaborativer Roboter zu verbessern.‣ weiterlesen

Anzeige

Der Automatisierungsgrad bei Sembach Technical Ceramics ist hoch. Vollautomatische Fertigungsinseln produzieren jährlich rund 600 Millionen Keramikkomponenten. Seit zehn Jahren kommen dabei Roboter von Mitsubishi Electric zum Einsatz. Anlässlich dieses Jubiläums hat sich ROBOTIK UND PRODUKTION mit CEO Martin Sembach darüber unterhalten, welche Bedeutung Automatisierung und Robotik für die Fertigung Technischer Keramik haben.‣ weiterlesen

Hochqualifiziertes medizinisches Fachpersonal verbringt heute einen Großteil seines Arbeitsalltags mit repetitiven und wenig anspruchsvollen Aufgaben. Die Zahl der Patienten, die behandelt werden können, ist dadurch stark limitiert. Die Roboterautomation kann die Effizienz im Gesundheitswesen deutlich erhöhen.‣ weiterlesen

Anzeige

Die kollaborative Robotik gilt als Musterbeispiel für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Um die Hürden für den Einstieg in diese Technologie zu senken, hat der junge Cobot-Hersteller Yuanda Robotics zusammen mit Attoma Berlin ein HMI entwickelt, das stringent auf leichte Benutzung ausgelegt ist, ohne an Funktionalität einzubüßen.‣ weiterlesen

Mit der Option Run MyRobot ermöglicht Siemens den Betrieb, Programmierung und Diagnose eines Roboters für Bearbeitungsaufgaben aus der Sinumerik-Steuerung. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige