Anzeige

Modulare Montage- und Prüfanlage

Robotik im Sechseck

Für die Produktion von Gangstellermodulen aus Hochleistungskunststoff wurde beim Automobilzulieferer FTE automotive eine hochkomplexe, modulare Automatisierungslinie realisiert. Die verkettete Anlage soll in der Endausbaustufe knapp eine Million Einheiten jährlich montieren. Den zentralen Part übernehmen dabei sechseckige Roboterzellen mit integrierten Funktionssatelliten.

Bei der Montage der Gangstellermodule arbeiten Roboter wie diese beiden Stäubli TX90 Hand in Hand. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

Bei der Montage der Gangstellermodule arbeiten Roboter wie diese beiden Stäubli TX90 Hand in Hand. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

Gangstellermodule kommen in Doppelkupplungsgetrieben zum Einsatz und sorgen dort für die Betätigung der Schaltgabeln. FTE Automotive, Zulieferer in den Bereichen Antriebsstrang und Bremssysteme für die Automobilindustrie, hat Gangstellermodule aus einem Polyamid-Hochleistungskunststoff entwickelt, der öl- und temperaturbeständig sowie deutlich leichter ist als ein vergleichbares Aluminiumpendant.

Herzstück jeder Zelle ist ein Stäubli-Roboter, hier ein TS80 Scara, um den sich Bearbeitungs- und Prüfstationen im Kreis gruppieren. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

Herzstück jeder Zelle ist ein Stäubli-Roboter, hier ein TS80 Scara, um den sich Bearbeitungs- und Prüfstationen im Kreis gruppieren. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

Hohe Fertigungstiefe

Die kompletten Module fertigt FTE im Werk in Fischbach in der nähe der Firmenzentrale in Ebern vom Spritzgießen des Gehäuses bis hin zur finalen Funktionsprüfung in hoher Fertigungstiefe. Mit der Aufzählung der Zukaufteile ist Edgar Steger, Technologiestratege bei FTE schnell fertig: „Lediglich die flexible Leiterplatte, Magnete und wenige Kleinteile beziehen wir extern. Alle weiteren Komponenten vom Kunststoffgehäuse über die Kolbenstangen bis hin zu allen Dichtungen fertigen wir an unseren Standorten selbst und montieren das komplette Produkt. Selbst die beiden Drehzahlsensoren werden in der nächsten Ausbaustufe in Eigenfertigung hergestellt. Diese Strategie verfolgen wir sowohl aus Qualitätsgründen als auch aus wirtschaftlichen Erwägungen.“ In der Montage der Module steckt jede Menge Know-how, seitens FTE, aber auch seitens des Sondermaschinenbauers M.A.I, der mit der Planung und Realisierung der Komplettanlage beauftragt war. Warum der Auftrag für die komplexe Montage- und Prüfanlage an diesen Anbieter ging, erklärt Steger: „M.A.I hat mit einem modularen Entwurf ein überzeugendes Anlagenkonzept präsentiert, das mit der Stückzahlentwicklung des Produktes mitwachsen kann. Außerdem verfügte das 220 Mann starke Unternehmen über gute Referenzen für den Bau einer solchen Anlage und sitzt geografisch nahe an unserem Werk – ein Aspekt, der sich während des Projektes als Vorteil herausgestellt hat.“

In der kompletten Anlage kommen ausschließlich Roboter in ESD-Ausführung gegen elektrostatische Aufladung zum Einsatz. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

In der kompletten Anlage kommen ausschließlich Roboter in ESD-Ausführung gegen elektrostatische Aufladung zum Einsatz. (Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics)

Vollautomatische Montagelinie

Die Anlage ist in einer Planungs- und Realisierungszeit von knapp anderthalb Jahren entstanden. Der heutige Blick in die Montagehalle mit der Vielzahl verketteter Roboterzellen ist beeindruckend sowie auch die Komplexität an Arbeits- und Prozessschritten, die in die Anlage integriert sind. „Der immense Montage- und Prüfaufwand erklärt sich erst bei genauerer Betrachtung“, betont Hermann Fischer, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing des Anlagenbauers M.A.I. „Insgesamt mussten wir über 50 Montageprozesse und mehr als 30 Funktionsprüfungen in die Anlage integrieren. Da in der letzten Ausbaustufe rund eine Million Gangsteller pro Jahr über die Anlage laufen werden, sind Engpass-Stationen in zweifacher Ausführung geplant, um die dann erforderlichen Taktzeiten zu erreichen.“ Der Rundgang durch die Anlage unterstreicht die Komplexität der Aufgabenstellung: Auftrag einer Dichtraupe mit Höhenvermessung über hochauflösenden Kameras, Montage-stationen für Feststoffdichtungen, für Kolbenführungselemente, Dichtungen und Deckel, für Kolben und Kolbendichtungen sowie für flexible Leiterplatten, Mess- und Dichtheitsprüfstationen, Ultraschallschweißstationen, fünf vollautomatische Laserdurchstrahl-Schweißanlagen, Teach- und Prüfstationen für Hall-Sensorik und vieles mehr lassen erahnen, wie viel Know-how und Expertise in der Anlage stecken.

Robotik im Sechseck
Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Über neuartige und smarte Technologielösungen wie SuperTrak aus dem Hause B&R spricht Maurizio Tarozzi, Global Technology Manager Packing Solutions, im Interview mit ROBOTIK UND PRODUKTION. Gerade bei Verpackungsanwendungen werden solch intelligente Transportsysteme immer wichtiger. Aber auch die Integration von Robotern spielt eine große Rolle.‣ weiterlesen

Anzeige

Steigende Anforderungen im Bereich der Arbeitssicherheit, Ergonomie und Effizienz sowie der zunehmende Fachkräftemangel machen Automationslösungen auch für die anspruchsvollen Produktionsbedingungen in der Gießerei- und Schmiedeindustrie interessant. Durch die Automatisierung mittels Robotergreifer wird es möglich, Mitarbeiter aus Gefahrenbereichen, wie die unmittelbare Nähe glühender Teile, herauszunehmen und damit die Unfallgefahr zu senken.‣ weiterlesen

Anzeige

Twenty-five different startups were funded in January cumulatively raising $784 million; a great start for the new year. Four acquisitions were reported during the month while the IPO front lay waiting for something to happen. According to Silicon Valley Bank's annual survey of 1,000+ executives, startup founders are confident 2018 will be a good year for funding and for business conditions - except hiring and retaining foreign talent.‣ weiterlesen

Anzeige
%title

Mit dem Caesar PH-0,8 hat MLR einen Plattformwagen speziell für die Automobilindustrie konzipiert. Das 3.090mm lange und 1.368mm breite Fahrzeug transportiert Bauteile, Motoren oder vollständige Karosserien in der Vormontage und kann dort als Alternative zur Bandfertigung eingesetzt werden. Im Fahrzeug ist ein Hubtisch integriert, der sich bis zu einer Höhe von 818mm ausfahren lässt. Dadurch können Arbeiter, die Montagen an den transportierten Lasten vornehmen, eine für sich richtige Arbeitshöhe individuell und ergonomisch einstellen.‣ weiterlesen

Anzeige

In den Bildern, die von der Hannover Messe um die Welt gehen, werden sie auch in diesem Jahr wieder die Hauptrolle spielen: Roboter. Sie faszinieren, sie begeistern, sie geben einer Zukunftsvision Gestalt. Auch im Prozess der digitalen Transformation und der Automatisierung innerhalb der Industrie kommt der Robotik eine Schlüsselrolle zu.‣ weiterlesen

Anzeige

Bei der Planung und Auslegung aller Komponenten von fahrerlosen Transportsystemen müssen die am geplanten Einsatzort vorhandenen Gegebenheiten und baulichen Belange berücksichtigt werden. Für die Gewährleistung eines vorschriftsmäßigen, sicheren und störungsfreien Betriebs spielen die Schnittstellen des FTS zur Infrastruktur und zu den peripheren Einrichtungen eine wichtige Rolle.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige