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Die Roboter kommen

Weiche Schale, harter Kern?

Noch einen Schritt weiter ging Jamie Paik, Professorin der Universität Lausanne, im Vortrag ‚Hard Challenges of Soft Robotics‘. Ihre These: Damit Roboter stärker in unsere Gesellschaft einziehen können, muss man sie prinzipiell anders ausrichten und aufbauen. Denn harte Kinematiken, die immer die gleiche Aufgabe wiederholen, können sich in den andauernd verändernden Umgebungen der Öffentlichkeit nicht zurechtfinden. Stattdessen bedarf es flexibler bzw. softer Kinematiken bzw. Strukturen, die sich eigenständig und smart kontinuierlich der Umwelt anpassen. Paik erklärte auf den Expert Days die Matrix der benötigten Eigenschaften und deren Abstimmung. Schließlich muss ein flexibler Roboter mal präzise sein, mal kraftvoll sein oder in anderen Fällen hohe Freiheitsgrade mitbringen.

Die Initiative

Die Initiative „Google Cloud Robotics“ war Inhalt des Vortrags von Nils Jul Jacobsen von Mobile Industrial Robots. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Standards für neue Technologien

Thomas Pilz, Geschäftsführer des Safety-Spezialisten Pilz, sprach über die Herausforderung, möglichst schnell Normen und Standards für MRK einzuführen – quasi im Nachhinein, weil die Technologie ja bereits auf dem Markt verfügbar ist. Er zeigte entsprechend auf, wie die ISO/TS15066 mit ihren verschiedenen Sicherheitseinschätzungen Neuland betreten hat – zumindest was den Einsatz von Kraft/Momenten-Sensorik angeht. Doch es sind Lücken und Unklarheiten offen geblieben, die eine Abnahme von MRK-Applikationen erschweren. In diese Grauzone hinein spielt z.B. das unterschiedliche Schmerzempfinden bei Menschen. Zudem beschreibt die ISO/TS15066 nicht exakt, wie Druck und Kraft bei der Abnahme überhaupt zu messen sind. Deshalb lässt die Richtlinie in der aktuellen Form oft keine einheitliche Bewertung von Risiken und Gefahren zu – spätestens dann, wenn es um unvorhersehbares Verhalten von Menschen in der Applikation oder bewusstes Fehlverhalten geht.

Neuheiten für die Servicerobotik

Auf den Schunk Expert Days wurden auch verschiedene Neuheiten vorgestellt. So z.B. die Software Tools des jungen Unternehmens Drag&Bot: Deren Gründer und Geschäftsführer Martin Naumann unterstrich, wie aufwändig und kostspielig der Einsatz von Robotern immer noch ist. Nicht nur in Bezug auf die Hardware: Gerade Programmieraufwand und die Bezahlung entsprechender Spezialisten machen einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Hier setzt das Unternehmen, ursprünglich ein Spin-off vom Fraunhofer IPA, mit seiner web-basierten Programmieroberfläche an. Wie einfach sich die Software bedienen lässt zeigte Naumann anschaulich in einer Live-Demo: Roboter und Peripherie auswählen, ein paar Parameter einstellen und anschließend per Drag&Drop die Bewegungen, Aktionen und I/O-Signale für das Roboterprogramm zusammenstellen. Eine sensitive Schutzhaut präsentierte das Wiener Unternehmen Blue Danube in Odense. Airskin kann klassische Kinematiken absichern oder die Taktzeit von Cobots erhöhen. Neu entwickelt hat das Unternehmen nun auch einen modularen Airskin-Baukasten, mit dem sich Roboter unabhängig vom Modell oder der Größe absichern lassen. Über eine Neuheit aus der klassischen Servicerobotik referierte Oliver Stahl. Sein Unternehmen Robotise hat einen mobilen Roboter mit dem Namen Jeeves entwickelt. Er kommt als Mischung aus Room Service, Minibar und Entertainment System vor allem im Hotelgewerbe sehr gut an.

Die Roboter kommen
Bild: Schunk GmbH & Co. KG


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