Anzeige

Robotik, Recht, Risiko

Heute: Smart Recall

Der kürzlich verstorbene und geniale Physiker Stephen Hawking sagte einmal „The development of full artificial intelligence could spell the end of the human race.“ Diese Prognose zeichnet eine düstere Zukunft ab, in welcher die Technologie den Menschen quasi ausrottet. Doch trotz dieser potenziellen Bedrohung darf man die technologischen Fortschritte und die damit einhergehenden positiven Folgen nicht außer Acht lassen.

Corinna Georg ist als Rechtsanwältin bei der Kanzlei Noerr tätig und arbeitet dort im Bereich Product Liability & Regulations. (Bild: Noerr LLP)

Smart Products können im Rahmen von Industrie 4.0 der Menschheit einen entscheidenden Vorteil bringen. Bei diesem Trend werden Produkte quasi mit einer Intelligenz ausgestattet, die Daten sammelt, sich vernetzt und kommunizieren kann.

Ungeklärte Folgefragen im Schadensfall

Auf der einen Seite kann es bei deren Nutzung natürlich zu problematischen Folgefragen kommen. Vor allem, wenn es durch ein Smart Product zu einem Schaden gekommen sein sollte: Wer haftet? Ist der Hersteller, wie es das deutsche Produkthaftungsgesetz vorschreibt, weiterhin für Schäden des Produkts haftbar, auch wenn sich das Produkt selbst für einen Vorgang entschieden hat? Haftet der Hersteller für die Programmierung des Produkts oder haftet das Produkt stattdessen, wenn es aufgrund dieser Algorithmen selbstständig Entscheidungen trifft? Man kann möglicherweise sogar so weit gehen, ein Smart Product selbst als Hersteller anzusehen, wenn es seinerseits neue Smart Products eigenständig herstellt.

Intelligenter Rückruf entlastet Hersteller

Auf der anderen Seite können Smart Products auch Rechte und Pflichten der Hersteller erleichtern. Stellen Sie sich vor, dass beim potentiellen Rückruf eines gefährlichen Produkts nicht ausführliche, langwierige Tests und Überprüfung von Reklamationen vorgenommen werden müssen, sondern das Smart Product selbst die Feldpopulation auswerten und damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage liefern kann. Smart Products könnten damit sozusagen zu einem Smart Recall führen, also einem intelligenten Rückruf. Dadurch wären Unternehmen in der Lage kontinuierlich relevante technische Daten überwachen und bei einer Fehleranfälligkeit sofort Maßnahmen treffen zu können – anstatt aufwendig selbst die Fehlerursache zu untersuchen und auf Rückmeldungen aus dem Feld angewiesen zu sein.

Was überwiegt: Vor- oder Nachteile?

Bisher wurden technologische Veränderungen zunächst immer skeptisch betrachtet. Es wird sich jedoch erst zeigen, wie all diese Fragen zu beantworten sind und ob die nutzbaren Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen werden.

Ihre

Corinna Georg

Robotik, Recht, Risiko
Corinna Georg ist als Rechtsanwältin bei der Kanzlei Noerr tätig und arbeitet dort im Bereich Product Liability & Regulations. (Bild: Noerr LLP)


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

In der aktuellen Trendumfrage hat ROBOTIK UND PRODUKTION wieder namhafte Experten befragt, diesmal zum Thema Roboter in IoT und Cloud. Dabei ging es um Ressourcen moderner Clouds, Sprachsteuerung und Echtzeitfähigkeit. Es antworteten Christoph Groll, Head of IIoT Solutions bei Kuka, Nils Tersteegen, Marketingleiter bei Fanuc Deutschland, und Jan Metzner, Specialist Solutions Architect IoT, EMEA bei Amazon Web Services.‣ weiterlesen

Bei dem neuen Roboter-Rollfalzverfahren Smart Hemmer von Comau handelt es sich um eine kompakte, symmetrische Rollfalzvorrichtung, die komplexe Nähte schnell, flexibel und präzise falzt. Die Lösung eignet sich vor allem für Elektro-, Hybrid- und herkömmliche Leichtfahrzeuge, da sie es Autoherstellern ermöglicht, verschiedenartige Werkstoffe mit Hilfe eines Kaltverfahrens bei vollständiger Prozesskontrolle zu verbinden. 

Das Robotik-Startup Acutronic Robotics hat ein neuartiges Framework für Deep Reinforcement Learning (DRL) in der modularen Robotik entwickelt. ROS2Learn bietet einen Ansatz, bei dem der Roboter direkt mit den üblichen Roboterwerkzeugen trainiert werden kann.

Anzeige

Die Yamaha Factory Automation Section, eine Unterabteilung der Yamaha Motor Robotics Business Unit, hat ein Europa-Büro eröffnet, um den Support für Vertriebspartner und Kunden von industriellen Robotersystemen und -produkten zu verstärken.

Der Polygreifer, entwickelt am Fachgebiet trennende und fügende Fertigungsverfahren der Universität Kassel, kann auf Roboterarme montiert werden und Werkstücke verschiedener Materialien greifen und tragen.

Piab hat das weiche Greifwerkzeug Pisoftgrib speziell für die Lebensmittelindustrie entwickelt. Der Vakuum-basierte weiche Greifer ist dafür geeignet, empfindliche und leichte Objekte mit unregelmäßigen Formen und/oder ungewöhnlichen Oberflächen zu fassen. Er ist ebenfalls verwendbar für das Bin Picking kleiner Gegenstände, wie Spielzeug.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige