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Mechatronische Greifer mit Kommunikationsschnittstelle

Servogreifer mit IO-Link

Die zunehmende Industrie-4.0-Automatisierung fordert weitere Kommunikationsschnittstellen, um Prozessdaten auszuwerten und zu nutzen. Daher rüstet Gimatic seine Greifer jetzt mit dem Kommunikationsstandard IO-Link aus. Dies ermöglicht die vollständige Steuerung der Greifer inklusive Geschwindigkeit, Positionierung der Backen und Greifkraft.

MPLF ist der Name der kommenden Gimatic-Produktserie an Servogreifern, im mit Servocontroller und Steuerung. (Bild: Gimatic Vertrieb GmbH)

MPLF ist der Name der kommenden Gimatic-Produktserie an Servogreifern, im mit Servocontroller und Steuerung. (Bild: Gimatic Vertrieb GmbH)

Für manche Anwendungen wünschen Kunden von Gimatic eine vollständige Steuerung des Greifers. Sie wollen die Geschwindigkeit, die Positionierung der Backen, die Greifkraft und manchmal eine Kombination davon steuern. „Um unsere Kunden bei diesen Anwendungen zu unterstützen, haben wir eine neue Serie an Servogreifern entwickelt. Ihr Hauptmerkmal ist der direkte Zugang zu dem eingebauten Servomotor mit Encoder-Signalen, somit ist der Kunde frei in der Programmierung und kann auch freie Kontroller am Roboter verwenden“, beschreibt Dr. Andrea Menegolo, Abteilung R&D Mechatronic bei Gimatic, die Neuentwicklung. MPLF heißt die kommende Produktserie an Servogreifern, die auf bürstenlosen Flat-Motoren basieren. Diese sind über ein Getriebe direkt mit den Backen verbunden und können sie so selbstzentrierend verfahren. Derzeit sind die drei Größen MPLF1630, MPLF2550 und MPLF3260 sowie ein spezielles KIT für GMP-Anwendungen in der Entwicklung.

Geräte mit IO-Link

Mit der IO-Link-Funktion kann ein Gerät überwacht und Diagnosefunktionen abgefragt werden. Zudem wird der Austausch der Greifer einfacher, der neue Greifer wird automatisch als der alte Greifer angesehen und so konfiguriert. In naher Zukunft sollen die IO-Link-Greifer mit zusätzlichen Features zur Positionierung ausgestattet werden. Andere Produkte, die in ähnlicher Weise verbessert werden können, sind z.B. Sensoren und Sensorboxen, die typischerweise in End-of-Arm-Tool-Lösungen verwendet werden. „Auch wenn noch eine gewisse Unsicherheit am Markt herrscht, macht es Sinn, IO-Link-Greifer in all den Anwendungen einzusetzen, wo das Kommunikationsprotokoll bereits vorhanden ist. Die Funktion eignet sich auch für Applikationen, in denen mehr als ein Greifer verwendet wird. Damit lassen sich Installation, Konfiguration und Wartung vereinfachen. Wird eine hohe Flexibilität bei der Neukonfiguration des Produktionsprozesses gefordert oder sollen Qualität und Zuverlässigkeit des Produktionsprozesses verbessert werden, empfiehlt es sich ebenfalls, den Greifer mit IO-Link auszustatten“, beschreibt der Entwickler sinnvolle Anwendungsfälle.

Gateway-Box hilft bei Umsetzung

Um die IO-Link-Kommunikation für seine Produkte möglich zu machen, hat Gimatic die IOLBOX entwickelt. Das IO-Link-Gerät verhält sich wie ein Gateway. Es übersetzt ein proprietäres Protokoll, das auf der Greiferseite arbeitet, in das IO-Link-Kommunikationsprotokoll. An ein und dieselbe Box lassen sich mehrere Greifer in einer busähnlichen Architektur anschließen. Bei der Gateway-Einheit handelt es sich um ein echtes IO-Link-Gerät, das mit einer oder mehreren digitalen Versionen von Standardgreifern kommuniziert. Anwender, die mit den Plug&Play-Greifern von Gimatic bereits vertraut sind, können die IO-Link-Version problemlos verwenden. Rein äußerlich und mechanisch sind die Greifer identisch, sie verfügen lediglich über die zusätzlichen Ausgangssignale. Anwender, die erstmals einen Greifer des Unternehmens einsetzen, haben nur eine IO-Link-Einheit und damit nur eine IODD-Datei. Diese sind unabhängig von der Anzahl und Art der installierten Greifer: Die Box erkennt automatisch alle angeschlossenen Greifer während des Startvorgangs und konfiguriert ein ausgetauschtes Gerät neu – und zwar mit den letzten Funktionsparametern des alten Gerätes. Alle elektrischen Greifer sind für einen wartungsfreien Betrieb von 10 Millionen Zyklen garantiert. Mit Hilfe des IO-Link-Protokolls wird der Wartungsbeauftrage gewarnt, wenn die Zeit für die Wartung gekommen ist.

Servogreifer mit IO-Link
Bild: Gimatic Vertrieb GmbH


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