Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Vollautomatisches Aufbringen von Frachtpapieren

400 Kartons pro Stunde

Die Intralogistik stellt viele Herausforderungen. Beispielsweise wenn es um das automatisierte Aufbringen von Frachtpapieren geht. Bei einer effizienten Lösung für alle erforderlichen Prozesschritte vom Ausdrucken des Dokuments bis zum Aufkleben auf den Karton kommt ein sechsachsiger Handling-Roboter zum Einsatz. Auf diese Weise lassen sich bis zu 400 Kartons pro Stunde fehlerfrei verarbeiten.

Der Automated Document Applicator übernimmt beim Aufbringen von Frachtpapieren vollautomatisch alle erforderlichen Prozessschritte, die für das korrekte Anbringen an der Kartonaußenseite erforderlich sind. (Bild: Inther Logistics Engineering B.V.)

Die niederländische Firma Inther Logistics Engineering hat sich als Systemintegrator auf die Automatisierung von Prozessen in der gesamten Intralogistik spezialisiert. In Warenlagern und Logistikzentren weltweit übernehmen die Systeme der Unternehmensgruppe komplexe Prozesse rund um Lagerhaltung, Handling und Kommissionierung. Das Angebot reicht dabei von Lösungen zur Unterstützung manueller Arbeiten über teil- und vollautomatisierte Anlagen bis hin zur erforderlichen Software-Umgebung. Mit diesem Portfolio profitiert das Unternehmen nicht zuletzt vom anhaltenden Erfolg des E-Commerce. Um diesen zu bewältigen, setzen die Versender konsequent auf technische Entwicklungen. Entsprechend hoch ist der Automatisierungsgrad in der Branche. „In naher Zukunft werden in der Intralogistik immer mehr Prozesse automatisiert; dabei werden Roboter auf alle Fälle eine entscheidende Rolle spielen“, ist Paul Hermsen von Inther überzeugt. Die Grenzen der Automatisierung sind dabei noch nicht erreicht. Ein Beispiel dafür ist das Aufbringen von Frachtpapieren wie Rechnung und Lieferschein auf den Versandkarton. Anders als das Einlegen von Papieren in den Karton ließ sich diese Aufgabe bisher ausschließlich manuell ausführen und war entsprechend personalintensiv. Denn selbst ein geübter Mitarbeiter benötigt dafür mindestens 45s pro Karton. In der Hektik des Betriebsalltags ist niemals ganz auszuschließen, dass dabei eine Verwechslung oder ein anderer Fehler passiert. Vor diesem Hintergrund machten sich die Konstrukteure des Unternehmens auf die Suche nach einer geeigneten Automatisierungslösung speziell für diese Anwendung.

Vollautomatische Lösung

Das Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit ist der Automated Document Applicator – ADA. Die Maschine übernimmt vollautomatisch alle erforderlichen Prozessschritte, die für das korrekte Aufbringen der Frachtpapiere an der Kartonaußenseite erforderlich sind. Das heißt im Einzelnen: Ein Modul druckt das bis zu vierseitige Dokument aus, faltet es und verpackt es in Folie. Anschließend übernimmt ein Roboter das verpackte Dokument und klebt es auf den entsprechenden Karton auf. Die Kartons werden über ein Förderband zugeführt. Eine charakteristische Anforderung besteht darin, dass der Roboter sowohl Kartons verschiedener Größe als auch unterschiedliche Klebepositionen – nämlich oben oder seitlich – bewältigen muss. Über eine Barcode-Identifizierung wird zudem zuverlässig sichergestellt, dass beim Transport durch die Maschine jedem Karton das richtige Dokument zugeordnet wird. Durch diesen vollautomatischen Prozess arbeitet der ADA hocheffizient: Bis zu 400 Kartons pro Stunde lassen sich durchgängig fehlerfrei verarbeiten. Außerdem ist durch die exakten Abläufe weniger Folie nötig. Die Kostenersparnis pro Karton ist damit im Vergleich zu einer manuellen Lösung so hoch, dass sich die Maschine in der Regel bereits innerhalb eines Jahres amortisiert.

Ein zentrales Element der ADA-Lösung ist der Handling-Roboter Motoman MH5LF, der die verpackten Papiere aufbringt. (Bild: Inther Logistics Engineering B.V.)

Zentrales Element: Sechsachsroboter

Ein zentrales Element der ADA-Lösung ist der Roboter, der die verpackten Papiere präzise auf den Karton aufbringt. Inther hat sich dabei für den Handling-Roboter Motoman MH5LF von Yaskawa entschieden. Hermsen ergänzt: „Bisher haben wir bei dem Roboter keinerlei Einschränkungen festgestellt, die verhindern könnten, dass wir ihn nach unseren Anforderungen nutzen.“ Der sechsachsige Hochgeschwindigkeitsroboter ist speziell für roboterbasierte Applikationen konzipiert, die eine hohe Flexibilität erfordern. Für die hier gestellte komplexe Aufgabe eignet er sich damit ebenso gut wie beispielsweise zum Verpacken, zur Maschinenbeschickung oder zum Dosieren. Dabei besteht die Wahlmöglichkeit zwischen Boden-, Wand- oder Deckeninstallation. Außerdem lässt sich das Modell sowohl mit der Hochleistungssteuerung DX200 als auch mit der Kompaktsteuerung FS100 betreiben. Nicht zuletzt zeichnet sich der Roboter durch sein kompaktes Design aus. Dadurch bietet er auf engem Raum eine hohe Leistungsfähigkeit. So ist er in der Lage, Lasten von bis zu 5kg mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,03mm zu handhaben. Zum anderen ist der maximale Arbeitsbereich mit 160° in beide Richtungen großzügig ausgelegt. Das platzsparende Konzept setzt sich in Form einer im Roboterarm integrierten Medien- und Luftzuführung fort. Dadurch lassen sich Störquellen reduzieren, die Anlagenzuverlässigkeit erhöhen und die Programmierung vereinfachen. Der Roboterkopf ist eine speziell für die ADA-Maschine entwickelte, kundenspezifische Kombination aus Vakuum-Box und Papierhalteclips. Lüfter erzeugen ein Vakuum, das die Folie am Roboterkopf hält, Halteclips greifen das Papier und halten es, bis es auf den Karton aufgebracht wird. In den Roboterkopf sind Sensoren integriert, die vorhandene Folien/Papiere erkennen und Gegendruck gegen einen Karton registrieren.

Vollautomatisches Aufbringen von Frachtpapieren
Der Automated Document Applicator übernimmt beim Aufbringen von Frachtpapieren vollautomatisch alle erforderlichen Prozessschritte, die für das korrekte Anbringen an der Kartonaußenseite erforderlich sind. (Bild: Inther Logistics Engineering B.V.)


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Bei all den Vorteilen, die ein Cobot mit sich bringen kann, bedeutet das nicht, dass traditionelle Industrieroboter nicht mehr benötigt werden. Cobots haben jedoch Einfluss auf die Entwicklung von Industrierobotern. Viele der Sicherheitsfunktionen, die zuerst bei kollaborativen Robotern zu sehen waren, werden zum Standard bei den industriellen Versionen. Darüber hinaus sind Cobots benutzerfreundlich, erweiterungsfähig und bieten eine hohe Flexibilität in Bezug auf ihren Einsatzbereich.‣ weiterlesen

Anzeige

8,5t Eigengewicht, eine Traglast bis 2,3t und eine Reichweite von 3,7m: So lauten die Leistungsdaten des größten Industrieroboters der Welt. Trotzdem muss der Fanuc M 2000iA/2300 eine hohe Genauigkeit bieten. Mit einem integrierten Messsystem lässt sich einfach sicherstellen, dass Kinematik und Greifer stets korrekt eingestellt bzw. ausgerichtet sind.‣ weiterlesen

Anzeige

Aufgrund der zeit- und kostenintensiven Programmerstellung, die für jedes Robotermodell individuell erfolgen muss, scheuen sich viele Unternehmen, Roboter einzusetzen. Die auf anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben spezialisierte Firma ACP Systems ermöglicht durch den Einsatz der Software ArtiMinds Robot Programming Suite die intuitive und herstellerunabhängige Programmierung der Bewegungsbahnen. Die Automatisierung mithilfe des Roboters wird dadurch einfacher, schneller und effizienter. Darüber hinaus lassen sich auch Anwendungen realisieren, die bisher nicht möglich waren.‣ weiterlesen

Anzeige

Das Unternehmen Skyline Robotics aus Tel Aviv automatisiert die Fassadenreinigung für Wolkenkratzer in aller Welt und setzt dafür Roboter von Kuka ein. Das selbst entwickelte System Ozmo kombiniert den KR Agilus mit einem computergestützten Bildverarbeitungssystem, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Was vorher drei bis vier Monate harter körperlicher Arbeit erforderte, schafft das System automatisch in knapp der Hälfte der Zeit. Das System sorgt außerdem für Sicherheit, indem es menschliche Arbeitskräfte auf der Arbeitsbühne ablöst.  ‣ weiterlesen

Anzeige

Das Heiß-Aktiv-Plasmaverfahren Acerios von Fronius entfernt partikuläre und filmische Verunreinigungen sowohl von metallischen als auch nichtmetallischen Oberflächen. Der Automobilhersteller Audi setzt das Verfahren seit mittlerweile zwei Jahren bei dünnen Alu-Karosserieteilen ein: Dort wo die Bleche für das Bolzenschweißen vorbereitet werden müssen, ist es so gelungen, die anfallenden Reinigungskosten zu reduzieren und die Ressourceneffizienz zu steigern.‣ weiterlesen

Anzeige

Viele Lebensmittelhersteller haben in den letzten Jahren die Wettbewerbsvorteile der Automatisierung erkannt und investieren zunehmend in Lösungen, wie z.B. Pick&Place-Roboter. Das Ziel im Verpackungsbereich ist dabei mehr Flexibilität und Effizienz für die Fertigung sowie die bestmögliche Qualitätssicherung für das Produkt.‣ weiterlesen