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Interview mit Gerald Mies, CEO von Kuka Systems

In eine elektrisierende Zukunft

Gerald Mies, CEO von Kuka Systems, spricht über die Anforderungen an die moderne Batteriefertigung und die Zusammenarbeit des Konzerns mit OEMs aus der Automobilindustrie. Hierfür hat Kuka ein neues Produktionskonzept entwickelt, die Matrix-Produktion. Dazu gehört auch die dynamische Anlagenverkettung mit personensicheren fahrerlosen Transportfahrzeugen. Sie soll für mehr Flexibilität und offene Bodenflächen sorgen.

 (Bild: KUKA Deutschland GmbH)

„Die enge Kollaboration mit den Entwicklungsabteilungen der OEMs ermöglicht es Kuka, möglichst früh in die neuen Technologien der Automobilwirtschaft einzusteigen. Für fast alle Aufgabenstellungen haben wir bereits Schlüsseltechnologien im Angebot.“ Gerlad Mies, Kuka (Bild: Kuka Deutschland GmbH)

ROBOTIK UND PRODUKTION: Um die steigende Nachfrage in der Elektromobilität bedienen zu können, fordern Fahrzeughersteller in der Batteriefertigung Qualität und automatisierte Lösungen. Wie unterstützt Kuka die Autobauer in Sachen Automatisierung?

Gerald Mies: Als einer der Weltmarktführer für die Automatisierung in der Automobilindustrie ist Kuka bereits Partner vieler OEMs bei den ersten Schritten Richtung Elektromobilität. Unser Portfolio umfasst neben der Batteriefertigung an sich auch die Montage der Elektroantriebe und der Elektroachskomponenten bis zum kompletten Karosseriebau für Elektrofahrzeuge.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Es gibt inzwischen zahlreiche unterschiedliche Antriebstechnologien. Wie schafft man es in der Produktion, dennoch Automatisierungslösungen und Testsysteme zu etablieren?

Mies: Roboterbasierte Automation ist grundsätzlich unabhängig von der Aufgabenstellung bzw. vom Produkt, das automatisiert werden soll. Somit ist Kuka in der Lage, für die verschiedenen Antriebstechnologien und für unterschiedliche Hersteller eine passende Automatisierungslösung zu entwickeln. Dazu hat Kuka Lösungen aus dem eigenen Haus parat, wie z.B. unsere Roboter, FTS und Ingenieursdienstleistungen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Kuka bietet modulare, flexible und skalierbare Automatisierung an. Was bedeutet das genau?

Mies: Zunehmende Typenvielfalt, häufigere Modellwechsel und stark schwankende Losgrößen erfordern hohe Flexibilität und Adaptionsfähigkeit, heutige Kernanforderungen an Produktionsanlagen. Kuka hat hierfür ein neues Produktionskonzept entwickelt, die Matrix-Produktion: eine sehr wandlungsfähige Fertigung. Die dynamische Anlagenverkettung mit personensicheren fahrerlosen Transportfahrzeugen sorgt für mehr Flexibilität und offene Bodenflächen. Die Trennung von Logistik und Produktion ermöglicht eine variable Teilelogistik. Und zu guter Letzt die Modularität: Modulare Produktionsstationen sorgen für jederzeit konfigurierbare und erweiterbare Produktionszellen.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Mit der Matrix-Produktion soll Ihnen die Produktion von morgen gelingen. Was ist daran zukunftsträchtig?

Mies: Verschiedene Produkte auf der gleichen Anlage bis zur Losgröße 1 zu fertigen, geregelt über eine zentralisierte Anlagensteuerung, die dem Kunden eine hohe Flexibilität bietet. Individualisierte Produktion erreicht damit eine nie zuvor erreichte Dimension.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Vor welchen Herausforderungen sehen Sie die Automobilbranche generell? Was wandelt sich gerade grundlegend?

Mies: Die Transformation der Automobilbranche ist weltweit in vollem Gange. Dadurch ist die Planbarkeit des Automobilmarktes wesentlich komplexer geworden. Die Entwicklung neuer Antriebskonzepte hat bei allen OEMs hohe Priorität – die Akzeptanz dieser neuen Ansätze ist beim Verbraucher jedoch kaum kalkulierbar und erfordert sowohl für den Automobilhersteller als auch für den Zulieferer ein Höchstmaß an Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit. Die Vielfältigkeit der Modell- und Antriebsvarianten und die Anzahl von global agierenden Automobilherstellern wird zunehmen. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Zulieferermarkt Tier-1, aber auch auf die Versorgungsinfrastruktur, z.B. Tankstellen und Rohstoffquellen für Batterien.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie ist Kuka als Partner aller führender OEMs für die Zukunft aufgestellt?

Mies: Die globale Präsenz des Kuka-Konzerns ist hier ein wesentlicher Schlüssel, um erfolgreich mit den Automobilherstellern zusammenzuarbeiten. Der Technologieaustausch innerhalb der Kuka-Gruppe unter Anwendung der digitalen Lösungen stellt die bestmögliche Projektabwicklung mit nahezu allen OEMs weltweit sicher. Die enge Kollaboration mit den Entwicklungsabteilungen der OEMs und mit den automobilnahen Instituten ermöglicht es Kuka, möglichst früh in die neuen Technologien der Automobilwirtschaft einzusteigen. Für fast alle Aufgabenstellungen haben wir bereits Schlüsseltechnologien im Angebot.

Interview mit Gerald Mies, CEO von Kuka Systems
Bild: KUKA Deutschland GmbH


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