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Vollautomatisierte Produktionsversorgung per FTS

Just in Time

Beim Automobilzulieferer Continental in Frankfurt übernimmt ein fahrerloses Transportsystem von MLR den Transport von Halbfertigteilen aus dem Hochregallager an die Montagelinien. Eine neue Akkutechnik und speziell abgestimmte Software sollen dem Anwender deutliche Vorteile bringen.

Fahrerlose Transportfahrzeuge vom Typ Caesar bringen Halbfertigteile zur weiteren Bearbeitung an die Produktionsmaschinen. (Bild: MLR System GmbH)

Bild: MLR System GmbH

Bei Anlieferung der Halbfertigteile im Werk erfolgt zuerst die automatische Aufnahme der Paletten über ein Scanner-Portal. Dabei weist das werksinterne ERP-System der Ware einen Stellplatz in einem vollautomatischen Hochregellager zu. Rechtzeitig im Produktionsprozess werden die benötigten Teile aus dem Hochregallager abgerufen und der Fertigung in einem dynamischen Puffersystem bereitgestellt. Die 470kg schweren und 1.423mm langen automatisierten Plattformwagen vom Typ Caesar 2F aus dem Hause MLR nehmen dazu die Tray-Stapel mit den Halbfertigteilen von einer stationären Fördertechnik auf und fahren sie zu den gewünschten Übergabestationen in der Produktionsstraße – Just in Time. Auf ihrem Weg sammeln die mit einem doppelten Bandförderer ausgestatten Fahrzeuge ferner leere Behälter wieder ein und bringen sie selbstständig zu einer zentralen Leergutstation. Damit lassen sich Leerfahrten deutlich reduzieren. Die Anlage wurde zuerst mit drei fahrerlosen Transportfahrzeugen vom Typ Caesar 500 2GF-0,4 Mr installiert. In den nachfolgenden Jahren wurde das System in mehreren Schritten sukzessive erweitert. Aufgrund des modularen Aufbaus der MLR eigenen Leit- und Steuersoftware LogOS ließen sich die neuen Fahrzeuge und die neuen Fahrkurse jeweils schnell und einfach in das System integrieren. Fahrzeuge mit neuer Technik fahren heute parallel mit älteren Fahrzeugen in einer Anlage.

Längere Laufzeiten, freie Navigation

Während die älteren Fahrzeuge noch mit NiCad-Batterien fahren, sind die neueren FTSen mit wartungsfreien und schnellladenden LiFePo4-Batterien ausgestattet. Damit sind kurze Zwischenladungen möglich, selbst kleine Fahrpausen werden zum Aufladen benutzt und die Fahrzeuge können so rund um die Uhr im Einsatz bleiben. Um die sensiblen Bauteile, die von den automatisierten Fahrzeugen befördert werden, vor elektrostatischen Aufladungen zu schützen, steht der gesamte Produktionsbereich auf einem antistatischen ESD-Boden. Die Koordination und Steuerung der fahrerlosen Transportfahrzeuge sowie die Verwaltung der Transportaufträge übernimmt die MLR-eigene Steuer- und Leitsoftware LogOS. Sie ist darauf ausgerichtet, die Fahrten der gesamten Flotte effizienter machen. Die Software plant für jedes Fahrzeug die schnellstmögliche Route und findet Ausweichstrecken, wenn andere Fahrzeuge kreuzen oder sich ihnen ein Hindernis in den Weg stellt. Sie reagiert flexibel auf neu reinkommende Fahraufträge und kann die Route entsprechend anpassen. Die Kommunikation zwischen Leitrechner und den Fahrzeugen erfolgt über WLAN, alle Fahrzeuge lassen sich per Fernzugriff auch von außerhalb Warten. Die Navigation erfolgt grundsätzlich frei im Raum, über im Boden eingelassene Magnete findet eine regelmäßige Referenzierung innerhalb des Fahrkurses statt.

Investitionen zahlen sich aus

In mehreren Schleifen ist es gelungen, die Auslastung der Fahrzeuge stetig zu verbessern und damit die Systemleistung zu erhöhen. Dadurch konnten Neuinvestitionen vermieden werden und der Mehrwert des fahrerlosen Transportsystems für das Werk Frankfurt wurde in Summe deutlich gesteigert. Heute bilden sieben FTS das letzte Glied in einer vollautomatischen Materialversorgungskette, die die Versorgung der Montagelinien mit den A-Teilen Ventilaufnahme, ECU und Motor sicherstellt. Die Montage erfolgt rund um die Uhr, in bis zu 21 Schichten pro Woche.

Vollautomatisierte Produktionsversorgung per FTS
Bild: MLR System GmbH


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