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Schlanke Produktionslogistik für Maschinenbauer

Lean auf ganzer Linie

Moderne Intralogistiksysteme befördern heute nicht nur Materialien oder Werkstücke, sondern bahnen auch den Einstieg in eine neue Fertigungskultur. Für Branchen, die – wie der Maschinen- und Werkzeugbau – bisher überwiegend in Standplatzmontage produzieren, bringt eine Umstellung auf Taktfertigung erhebliche Effizienzgewinne. Schienensysteme mit Rundführung bieten eine wirtschaftliche Alternative zu aufwendigen Förderkonstruktionen.

Mit geeigneter Förderlogistik lassen sich selbst schwere Bauteile wie Flugzeugturbinen mit Methoden der Fließfertigung produzieren. (Bild: © terimakasih0/pixabay)

Wo schwere, sperrige Bauteile, Maschinen oder Industriegüter in material- und arbeitsintensiven Fertigungsschritten hergestellt werden, hat die verbreitete Fließfertigung bisher nur zögerlich Einzug gehalten. Viele Maschinen- und Werkzeugbauer scheuen eine Umstrukturierung ihrer Fertigungsabläufe, da den potenziellen Produktivitätssteigerungen vermeintlich hohe Investitions- und Betriebskosten entgegenstehen. Gängige Fördersysteme wie Hallenkräne, Luftgleitkissen oder konventionelle Schienenkonstruktionen sind zumeist kostspielig, aufwendig zu installieren, wartungs- und energieintensiv. Dies erschwert die Abkehr von der traditionellen Insel- oder Standplatzmontage zugunsten einer nach Methoden der Fließfertigung organisierten Produktionslogistik, die auch bei kleinen und mittleren Stückzahlen Vorteile bietet.

Weiter im Takt

Mit dem passenden Logistikkonzept zahlt sich die Einführung einer stationenbezogenen Taktfertigung auch bei Taktzeiten von Stunden oder Tagen aus. Statt alle Montagearbeiten an einem Standplatz durchzuführen, werden die Bearbeitungsschritte auf einzelne Stationen verteilt, die das Erzeugnis in festgelegter Taktung bis zu seiner Fertigstellung durchläuft. Das verschlankt den Fertigungsprozess und steigert die Wertschöpfung, weil sich bei geringerem Platzbedarf, schnelleren Durchlaufzeiten und einem erhöhten Durchsatz die Produktions-, Betriebs- und Lagerhaltungskosten verringern. Aufgrund durchgängiger Transparenz von Produktionsabläufen und Materialfluss erübrigen sich Pufferzeiten, auftretende Fehler und Engpässe lassen sich sofort erkennen und beheben. Die verbesserte Auslastung von Personal und Betriebsmitteln verschafft langfristige Planungssicherheit bei hoher Liefertreue.

Aufgrund des speziellen Schienen- und Rollenprofils lassen sich tonnenschwere Bauteile ohne Hilfsantrieb von Hand bewegen. (Bild: Losyco GmbH)

Fertigungsvorteile

Zu den Pluspunkten der Fließ- oder Taktfertigung zählt die vereinfachte Strukturierung von Arbeitsabläufen. Indem sich für jede Station die einzelnen Montageschritte präzise takten lassen, bleibt der gesamte Fertigungsprozess fortlaufend im Fluss. Die gleichmäßige Auslastung der Mitarbeiter sorgt für verkürzte Fertigungszeiten, weil die Arbeitsschritte nahtlos ineinander greifen, ohne kostspielige Leerzeiten zu verursachen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Ausrüstung der Arbeitsstätten. Wenn sich schwere Bauteile wie Maschinen oder Bearbeitungszentren im One-Piece-Flow-Verfahren von einer Station zur nächsten bewegen lassen, sind nicht mehr an jeder Montagestation alle Spezialwerkzeuge, Materialien und Medien vorrätig zu halten. Die präzise Zuordnung der verschiedenen Arbeitsschritte zu den jeweiligen Stationen ermöglicht es, die Montagebereiche den ergonomischen Anforderungen anzupassen, indem beispielsweise Übergabe-, Hebe- und Senkvorrichtungen genau dort installiert werden, wo sie im Fertigungsprozess erforderlich sind.

Schlanke Produktionslogistik für Maschinenbauer
Mit geeigneter Förderlogistik lassen sich selbst schwere Bauteile wie Flugzeugturbinen mit Methoden der Fließfertigung produzieren. (Bild: © terimakasih0/pixabay)


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