Anzeige
Anzeige
Anzeige

Vollautomatisierte Röntgenprüfung für Alugussteile

Roboter mit Durchblick

Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen fordert die Automobilindustrie von den Zulieferern eine 100-prozentige Prüfung. Inspektionssysteme mit vollautomatischer Fehlererkennung sind aufgrund künstlicher Intelligenz lernfähig und liefern präzise Beurteilungen hinsichtlich der Fehlertoleranzen. Dabei sind innerhalb wie außerhalb der Prüfzelle Roboter im Einsatz.

Der IRB 6620 samt Röntgendetektor fährt bis zu zwölf Positionen ab, um eine 100-prozentige Prüfung der Gussteile sicherzustellen. (Bild: © Erik Krüger)

Um das Fahrzeuggewicht zu reduzieren und so den Kraftstoffverbrauch sowie den Schadstoffausstoß zu senken, nimmt die Verwendung von Aluminium als Werkstoff in der Automobilbranche seit Jahren kontinuierlich zu. Der Nachteil: Im Vergleich zu Stahl ist Aluminium deutlich anfälliger für Produktionsmängel. Um diese auszuschließen, fordern Fahrzeughersteller von ihren Zulieferern eine umfangreiche Röntgenprüfung für Aluminiumgussteile. Als Partner der Automobilindustrie gehört VisiConsult X-ray Systems & Solutions inzwischen zu den führenden Anbietern von hochkomplexen, automatisierten Inspektionssystemen, die sich lückenlos in die Produktionsstraßen der Zulieferer integrieren lassen. Sowohl beim Beladen der Prüfzelle als auch beim Röntgen setzt das Unternehmen auf ABB-Roboter.

Automatisiert zu geringeren Kosten

Angesichts des hohen Produktionsvolumens in der Automobilindustrie bewirkt eine automatisierte Röntgenprüfung große Effizienzsteigerungen. „Unsere Anlagen erfüllen anspruchsvolle Qualitätsstandards und laufen weltweit rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche ohne Personal“, sagt Lennart Schulenburg, Sales and Marketing Director bei Visiconsult. „Durch die vollständige Automatisierung sinken die Inspektionskosten bei hohen Stückzahlen rapide.“ Gleichzeitig steigt die Prozesssicherheit, da menschliches Versagen als potenzieller Risikofaktor ausscheidet. Vor Kurzem hat VisiConsult eine Prüfanlage, die Fahrwerksteile aus Aluminiumguss auf Fehler untersucht, nach Mexiko an einen renommierten Zulieferer eines deutschen Premiumherstellers ausgeliefert. In diese Anlage sind zwei ABB-Roboter integriert. Einer von ihnen, ein IRB 6700, fungiert als klassischer Handling-Roboter. Er entnimmt die Fahrwerksteile von einem vierfach geteilten Drehtisch und bringt sie über einen Sternförderer in die Prüfzelle ein. Aufgrund eines mehrstufigen Eingabeprozesses dringt keine Röntgenstrahlung aus der Schutzkabine nach außen. Im Inneren der Prüfzelle befindet sich ein IRB 6620, ausgestattet mit einem C-förmigen Arm, an dem die Röntgenvorrichtung montiert ist. Die Konstruktion ermöglicht eine schnelle Inspektion mit vielen Freiheitsgraden. Da die Beladevorgänge und die Prüfprozesse parallel ablaufen, hängt die Durchlaufzeit ausschließlich von der Zahl der Testpositionen des Bauteils ab. Während das Bauteil bei der Inspektion fixiert ist, fährt der Roboter mit dem Röntgendetektor bis zu zwölf Positionen ab, um eine 100-prozentige Prüfung sicherzustellen. In jeder Position reichen 1,5s für die Erstellung des Röntgenbilds aus.

Künstliche Intelligenz

Die Entscheidung, ob ein Bauteil in Ordnung (IO) oder nicht in Ordnung (NIO) ist, trifft die Prüfsoftware auf der Grundlage einer automatischen Bildauswertung und Fehlererkennung vollkommen selbstständig. Aufgrund künstlicher Intelligenz ist die Software lernfähig: Je mehr Röntgenbilder sie im Laufe der Zeit analysiert, desto präziser fällt ihre Beurteilung hinsichtlich der Fehlertoleranzen aus. „Bei Aluminiumgussteilen können zwei Formen von Mängeln auftreten“, erklärt Lennart Schulenburg. „Wenn beim Gießprozess Blasen im Material entstanden sind, wird diese Porosität auf dem Röntgenbild durch geringere Grauwerte sichtbar. Höhere Grauwerte deuten hingegen auf den Einschluss von Fremdmaterialien hin, was das Bauteil ebenfalls unbrauchbar macht.“ Nach der Prüfung entnimmt der Roboter außerhalb der Prüfzelle die Bauteile wieder und legt sie – je nachdem, welches Ergebnis die Software ihm meldet – auf das IO- oder das NIO-Band.

Vollautomatisierte Röntgenprüfung für Alugussteile
Der IRB 6620 samt Röntgendetektor fährt bis zu zwölf Positionen ab, um eine 100-prozentige Prüfung der Gussteile sicherzustellen. (Bild: © Erik Krüger)


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Der Walk Training Robo von Panasonic sieht aus wie eine einfache Gehhilfe, ist aber darauf ausgelegt, die Gehfähigkeit eines Patienten zu stärken, um das Gehen –  etwa nach einem Schlaganfall – neu zu erlernen oder zu verbessern. ‣ weiterlesen

Anzeige

Der autonom fahrende Elektrorollstuhl PiiMo von Panasonic kann sich selbstständig fortbewegen, nachdem der Benutzer über eine Smartphone-Applikation ein Ziel vorgegeben hat. Darüber hinaus kann er sich mit sensorbestückten Gepäckwagen verbinden, die dem Rollstuhl automatisch folgen.  ‣ weiterlesen

Anzeige

Das Robotersystem Kitov One nutzt künstliche Intelligenz, um Baugruppen und Systemeinheiten zu inspizieren. Dadurch lässt sich mit dieser Lösung eine aufwendige manuelle Fehleranalyse automatisieren - nicht nur in der Elektroindustrie.‣ weiterlesen

Anzeige

Künstliche Intelligenz wird als Trendthema im technischen Kontext meist mit dem autonomen Fahren oder Bildverarbeitung verknüpft. Das spezielle Teilgebiet des 3D Deep Learning, also der Verarbeitung von dreidimensionalen Objekten wie CAD-Daten mit KI, bietet vor allem für den Maschinen- und Anlagenbau enormes Potenzial. Dieser Artikel gibt eine kurze Einführung zum Thema 3D Deep Learning und beschreibt das Einsatzpotenzial für die Bereiche Anlagenprojektierung und Produktionswerkzeuge.‣ weiterlesen

Der Serviceroboter Hospi von Panasonic wurde in einem Joint Venture mit dem Matsushita Memorial Hospital in Osaka, Japan, entwickelt. Mittlerweile sind 15 Einheiten in fünf Krankenhäusern im Einsatz: vier in Japan und eines in Singapur. Die Roboter transportieren z.B. Medikamente oder medizinische Proben. Das Staufach kann sechs Medikamentenschalen in Standardgröße aufnehmen.  ‣ weiterlesen

Yamaha Robotics hat seine Robotersteuerungen der RCX-Serie und die zugehörigen grafischen Programmierwerkzeuge jetzt mit einer einfachen Bedienung ausgestattet. Die Steuerung unterstützt außerdem erweiterte Bewegungsfunktionen und vereinfacht die Einrichtung von Dosierrobotern. Insbesondere kann die Dosiersteuerung mit einer Servosteuerung gekoppelt werden, wodurch die Dosierrate in Verbindung mit der Bewegungsgeschwindigkeit gesteuert werden kann, um hohe Präzision, hohe Geschwindigkeiten und stabile Schichtdicken zu gewährleisten.  ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige