Anzeige

Schweißroboter in der Automobilzulieferindustrie

Über zwei Millionen Meter Schweißdraht

100t verarbeiteter Stahl im Werkzeugbau, 3.000t verarbeitetes Coil-Material im Presswerk, 200.000m Rohre zur Biegung und 2.500.000m eingesetzter Schweißdraht sprechen für sich: Das roboterautomatisierte Schweißen gewinnt in der Automobilindustrie immer mehr an Bedeutung. Hybride Schweißmanipulatoren und automatisierte Schweißzellen sorgen dabei für eine verbesserte Schweißbadkontrolle sowie hohe Schweißgeschwindigkeiten.
Das mittelständische Werkzeugbauunternehmen Paul Hafner aus Wellendingen beliefert den Automobilzulieferermarkt mit Teilen für Abgasanlagen sowie Aufhängungen. Bereits vor Jahrzehnten hat sich das Unternehmen für das Eingliedern eines manuellen Schweißbereichs entschieden. Nach wachsender Auftragslage und höher geforderter Stückzahl, entschloss Paul Hafner sich zu rationalisieren. „Wir mussten lieferfähig bleiben, Termine erfüllen und gleichzeitig das Personal nicht grundlos belasten“, so Hansjörg Stöhr, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. 13 Schweißanlagen wurden im Zuge dessen in den 90er-Jahren eingegliedert, die sich über die Zeit durchaus bewährt haben.

Weniger Schweißanlagen nötig

13 bestehende Schweißanlagen tauschte Paul Hafner später gegen zehn Panasonic-PerformArc-Zellen aus, die die gleiche Auslastung, wie die Anlagen zuvor, erfuhren. Die neuen Anlagen arbeiten schneller und zeichnen sich durch eine bessere Schweißnahtqualität aus. Sie wurden stufenweise innerhalb von drei Jahren implementiert. Zehn Schweißrobotersysteme rüstete das Unternehmen mit dem Tawers-System von Panasonic aus, das eine Fusion von Manipulator, Robotersteuerung und Schweißstromquelle erreicht. „Uns ist bewusst, dass ständige Investitionstätigkeiten zu einem hohen technologischen Standard führen. Wir wollen im Bereich des Schweißens stets auf dem neusten Stand der Technik sein“, so Stöhr.

Zwei weitere Zellen

Analog zur Automobilindustrie steigt auch die Auftragslage beim Unternehmen Paul Hafner. Zwei neue Schweißsysteme sind für dieses Jahr bereits fest eingeplant. Die Ausstattung hat sich aufgrund der neuen Möglichkeiten leicht verändert: So entschied sich das Unternehmen für den Panasonic-Hot-Active-Wire-Prozess, der ebenfalls zur Tawers-Familie gehört. Der Prozess basiert auf einem modifizierten Stromlauf in Verbindung mit einer hochdynamischen Drahtförderung. Aufgrund der Erweiterung des nutzbaren Lichtbogenbereiches erhöht sich das Anwendungsspektrum bei Blechdicken bis zu 2,3mm für das MAG-Schweißen. In der Konsequenz konnte der Automobilzulieferer folgende Aspekte sicherstellen:

  • •  Gewährleistung eines tieferen Einbrandes,
  • •  gute Spaltüberbrückung,
  • •  starke Reduktion von Schweißspritzern sowie Schmauch an den Bauteilen
  • •  verbesserte Schweißbadkontrolle
  • •  hohe Schweißgeschwindigkeiten

Über zwei Millionen Meter Schweißdraht
Bild: Panasonic Automotive & Industrial Systems Europe GmbH


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Am vergangenen Dienstag ist der Automation Product Newsletter zum 300. Mal erschienen. Digitale Kanäle haben auch in den Fachmedien der Automatisierungsbranche längst einen hohen Stellenwert, z.B. dann, wenn es um spannende Produktneuheiten geht, die auf den Markt kommen.‣ weiterlesen

Der niederländische Systemintegrator VanRiet gehört ab sofort zu Material Handling Systems, einem Unternehmen der Investmentgesellschaft Thomas H. Lee Partners.‣ weiterlesen

Das Sicherheitssystem Safe Robotics Area Protection von Sick soll eine prozessorientierte Absicherung kooperativer Roboterapplikationen ermöglichen. Es besteht aus der Sicherheitssteuerung Flexi Soft und einem Sicherheits-Laserscanner – entweder dem platzsparenden S300 Mini Remote für kürzere Reichweiten oder dem MicroScan3 Core für größere Überwachungsfelder.‣ weiterlesen

Der Roboter Panda, den Voith auf der Automatica vorgestellt hat, soll die Fertigung durch einen Systemanbieteransatz verbessern, der auch kundenspezifische Anwendungen und Prozessintegration beinhaltet. Plattform- und herstellerunabhängig soll der Roboter die Integrationskosten für die Anwender verringern.‣ weiterlesen

Gudrun Litzenberger, Generalsekretärin der International Federation of Robotics (IFR), hat während der vergangenen Automatica den Joseph F. Engelberger Robotics Award erhalten.‣ weiterlesen

Isra Vision präsentiert den 3D Sensor X-Gage3D, der mit vier hochauflösenden Kameras und einer Hochleistungs-LED ausgestattet ist. Die Multistereotechnik erstellt laut Anbieter eine vollständige, besonders feine Punktewolke, da stereometrische Aufnahmen mit sechs verschiedenen Kamerapaaren möglich werden.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige