Anzeige

Transferprojekt entwickelt Roboter für MRK-Montagearbeiten

Vom Weltraum in die Produktionshalle

Das DFKI-Projekt TransFIT soll Robotersystemen den Infrastrukturaufbau im Weltraum ermöglichen und Einsatzoptionen im Bereich Industrie 4.0 eröffnen. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit rund 7,9 Millionen Euro gefördert. Ziel ist die Entwicklung robotischer Fähigkeiten, die die Ausführung komplexer Montagearbeiten autonom und zusammen mit dem Menschen ermöglichen.

Das Transferprojekt TransFIT will Roboterkonzepte und Lösungen aus der Raumfahrt auf die industrielle Fertigung übertragen. (Bild: DFKI GmbH, Grafik: Meltem Yilmaz)

Das Transferprojekt TransFIT will Roboter-Konzepte und Lösungen aus der Raumfahrt auf die industrielle Fertigung übertragen. (Bild: DFKI GmbH, Grafik: Meltem Yilmaz)

Im Mittelpunkt der Kooperation zwischen dem Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Universität Bremen und Siemens steht die Entwicklung von robotischen Lösungen für (teil-)autonome Anwendungen im Rahmen von Weltraummissionen. Ausgehend von den Ergebnissen des DFKI-Transferprojekts TransTerrA, bei dem die Exploration und Logistik für den Aufbau von Infrastruktur auf fremden Planeten betrachtet wurde, liegt beim Projekt TransFIT nun der Fokus auf dem Aufbau selbst. Das Vorhaben zielt auf die Übertragbarkeit der Projektergebnisse in terrestrische Anwendungen ab, insbesondere im Bereich Industrie. Gleichzeitig soll die Weltraumforschung von Lösungen profitieren, die für industrielle Anwendungen entwickelt wurden.

Flexible und intuitive MRK im Weltraumszenario

Um bei bemannten Missionen, bei denen sich Astronauten auf Planeten, Monden oder Asteroiden aufhalten, den Menschen nicht unnötig zu gefährden, ist der Einsatz von robotischen Systemen sinnvoll, z.B. beim Aufbau stationärer Lager, Unterständen und Laboren. Da Roboter komplexe Aufgaben jedoch nur bedingt autonom lösen und sich auch nur bedingt flexibel verhalten können, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Astronauten notwendig. Im Zentrum steht daher die Umsetzung eines Kooperationsszenarios von Astronauten und Robotern, die gemeinsam eine Infrastruktur aufbauen. Ziel der Interaktion ist aber nicht nur die Aufgabenteilung, sondern auch, dass der Roboter aus der Unterstützung durch den Menschen lernt, um immer autonomer zu agieren und seine Einsetzbarkeit und Anpassbarkeit an die speziellen Anforderungen zu verbessern. Voraussetzung für die schnelle Anpassbarkeit des Verhaltens ist die Entwicklung einer einfach bedienbaren Steuerungssoftware, die schnelle Anpassungen vor Ort und während einer Mission ermöglicht. So können z.B. unvorhergesehene Montageleistungen, wie nicht eingeplante Reparaturen, statt von dem Roboter autonom auch in Zusammenarbeit mit dem Menschen durchgeführt werden. Im Szenario sollen ein Mensch und ein humanoider Roboter zusammen mit möglicher Unterstützung durch einen weiteren Astronauten über Teleoperation eine Montageleistung erbringen. Des Weiteren wird gezeigt, dass sich das Verhalten des Roboters sowohl über ein Interface zur teilautomatischen Erstellung von Montageanleitungen als auch durch Lernen von Fähigkeiten aus der Beobachtung des menschlichen Verhaltens anpassen lässt.

Transfer in den Kontext Industrie 4.0

Neben der Umsetzung des extraterrestrischen Kooperationsszenarios zielt TransFIT auf den Transfer der im Projekt entwickelten Technologien in terrestrische Anwendungen, konkret in die industrielle Fertigung und Produktion. Zu diesem Zweck entwickeln die Projektpartner unter Federführung von Siemens und auf Basis der im Projekt erarbeiteten Lösungen eine hochflexible und kooperative Montagezelle zur Fertigung komplexer Baugruppen, etwa von kompakten mechanischen oder elektromechanischen Geräten, die nach heutigem Stand durch rein manuelle Arbeit erfolgen würde. Die Zelle soll in der Lage sein, abstrakte Aufgabenspezifikationen autonom und ohne die Notwendigkeit einer detaillierten Programmierung in Zusammenarbeit mit einem menschlichen Werker umzusetzen.

Transferprojekt entwickelt Roboter für MRK-Montagearbeiten
Bild: DFKI GmbH, Grafik: Meltem Yilmaz


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Das Sicherheitssystem sBot Speed – UR von Sick soll für Sicherheit und Flexibilität in UR-Roboteranwendungen sorgen, indem es die Funktionen eines Sicherheits-Laserscanners mit denen der Sicherheitssteuerung Flexi Soft und des UR-Roboters kombiniert. ‣ weiterlesen

Anzeige

Fanuc hat auf der iRex in Tokio seinen ersten kollaborativen Leichtbauroboter vorgestellt. Der CRX-10iA ist um einiges leichter als die übrigen Modelle des Herstellers und lässt sich z.B. als Handling-Einheit auf fahrerlosen Transportsystemen einsetzen. Der Roboter ist in zwei Varianten erhältlich: als Kurzarmversion mit einer Reichweite von 1,2m und als Langarmversion, deren Arm bis 1,4m weit reicht.  ‣ weiterlesen

Anzeige

Die selbstfahrende Plattform ER-Ability von Enabled Robotics wurde speziell für kollaborative Roboter entwickelt. Sie verfügt über eine übersichtliche Benutzeroberfläche, die die einfache Einrichtung und Anpassung der jeweiligen Anwendung ermöglichen soll.‣ weiterlesen

Anzeige

Die kollaborativen Roboter der HCR-Serie des koreanischen Herstellers Hanwha im deutschen Vertrieb bei Freise Automation sind in drei Versionen erhältlich. Die Modelle HCR-3, HCR-5 und  HCR-12 unterscheiden sich vor allem anhand ihrer Tragkraft. ‣ weiterlesen

Minitec hat eine vollautomatische Abfüllanlage geplant und umgesetzt, die zwei verschiedene Flüssigkeiten gleichzeitig in einem Arbeitsgang dosiert. Die Abfüllanlage besteht aus einem Doppelgurtförderer mit Aufnahmenocken für zwei verschiedene Gefäßgrößen. Nach der manuellen Aufgabe der Behältnisse wird an der ersten Abfüllstation die erste Flüssigkeit eingefüllt. Die Dosierung erfolgt zeitgesteuert. Anschließend wird ein Deckel mittels Pick&Place-Einheit aus einem Bandbunker übernommen.  ‣ weiterlesen

Reiku war eines der ersten Unternehmen, die Roboterkomponenten aus recyceltem Kunststoff sowie nachwachsenden Rohstoffen wie Rizinusöl herstellen. Zur SPS in Nürnberg hat Reiku sein Produktprogramm um die Kabelschutz-Wellrohre Parab aus 100 Prozent Polyamid-12-Regenerat erweitert.  ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige