Anzeige
Anzeige
Anzeige

Automatisierte Greifsysteme übernehmen gefährliche Arbeitsschritte

Heißes Handling

Steigende Anforderungen im Bereich der Arbeitssicherheit, Ergonomie und Effizienz sowie der zunehmende Fachkräftemangel machen Automationslösungen auch für die anspruchsvollen Produktionsbedingungen in der Gießerei- und Schmiedeindustrie interessant. Durch die Automatisierung mittels Robotergreifer wird es möglich, Mitarbeiter aus Gefahrenbereichen, wie die unmittelbare Nähe glühender Teile, herauszunehmen und damit die Unfallgefahr zu senken.

Die Anlage zur Handhabung sogenannter Theipa Points wurde von JDT Robotics konzipiert und gebaut. Der Zentrischgreifer Schunk PZN-plus gewährleistet dabei eine präzise Zentrierung bei der Maschinenbeladung. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Die Anlage zur Handhabung sogenannter Theipa Points wurde von JDT Robotics konzipiert und gebaut. Der Zentrischgreifer Schunk PZN-plus gewährleistet dabei eine präzise Zentrierung bei der Maschinenbeladung. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

An einer von JDT gebauten Automationslösung für die Produktion von Bergbauketten wird deutlich, wie sich Wirtschaftlichkeit, Prozesssicherheit sowie eine lange Lebensdauer unter anspruchsvollen Bedingungen vereinen lassen. Nachdem auf Länge geschnittene Pinne mit einem Durchmesser von 40 bis 60mm erhitzt wurden, werden die glühenden Teile vollautomatisiert von einem PZN-plus-Universalgreifer von Schunk gegriffen, aus der Erwärmung entnommen und dem nachfolgenden Prozess zugeführt. Während diese Aufgabe für gewöhnlich unmittelbar von einem Mitarbeiter ausgeführt wurde, ist es JDT gelungen, den Prozess automatisiert abzubilden und die Mitarbeiter aus dem Gefahrenbereich herauszunehmen. Diese fordern die Pinne lediglich per Tastendruck an, befinden sich aber nicht mehr in der unmittelbaren Gefahrenzone, wodurch die Unfallgefahr sinkt. Schlüsselkomponente in dem Handhabungsprozess ist ein robuster PZN-plus-Zentrischgreifer in Hochtemperaturausführung mit Vielzahnführung und wassergekühlten Greiferfingern. „Bei unseren Automationslösungen stecken wir in die Backentechnologie viel Know-how, sodass mit ein und derselben Backe möglichst viele Teile abgedeckt werden können“, erläutert Thorsten Heidingsfelder, bei JDT zuständig für Projektierung und Konstruktion. „Damit hat es der Anwender wesentlich leichter, denn er muss weder die Backen wechseln noch Doppelgreifer einsetzen.“ Das Ziel sei es, die Anlagen stets so effizient und so einfach wie möglich zu konzipieren. Sollte es zu einer Störung kommen, sind die Mitarbeiter meist selbst in der Lage, diese zu beheben. Der Greifer wiederum stellt sicher, dass der glühende Pinn auch bei dynamischen Bewegungen des Roboters zuverlässig gegriffen bleibt und nicht durch die Anlage geschleudert wird. „Wir setzen seit Jahren Schunk-Komponenten ein und wissen, dass die Greifer gerade auch in anspruchsvollen Anwendungen sehr zuverlässig funktionieren“, unterstreicht Heidingsfelder.

Anspruchsvolles Teilehandling: In der Erwärmung erreicht der Pinn eine Temperatur von rund 800° C. Um eine Überhitzung des Hochtemperaturgreifers zu verhindern, sind die Greiferbacken wassergekühlt. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Anspruchsvolles Teilehandling: In der Erwärmung erreicht der Pinn eine Temperatur von rund 800° C. Um eine Überhitzung des Hochtemperaturgreifers zu verhindern, sind die Greiferbacken wassergekühlt. (Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

Kaum Verschleiß

Zuvor hatte das Team bei JDT den Zentrischgreifer ausgiebig getestet: Ist die Greifkraft zu hoch, wird der glühende Pinn zerdrückt. Ist sie zu gering, hält der Pinn seine Position nicht oder geht sogar verloren. „In Versuchen haben wir festgestellt, dass der Schunk-Greifer herausragend funktioniert“, bestätigt der Maschinenbauingenieur. Seit mehr als drei Jahren ist der Hochtemperaturgreifer nun im Einsatz. Auf einen Hitzeschutzmantel oder Hitzeschutzbleche wurde bewusst verzichtet, um eine möglichst schlanke Lösung zu erhalten. Mit jedem Takt hält der Greifer den glühenden Pinn mehrere Sekunden lang in den gekühlten Fingern und muss dabei der Strahlungswärme des Pinns standhalten. Spezielle Dichtungen und Fette sorgen bei der Hochtemperaturversion des Greifers für einen störungsfreien Betrieb. „Bislang können wir kaum Verschleißerscheinungen feststellen. Lediglich die Greiferbacken wechseln wir einmal pro Jahr“, betont Heidingsfelder. „Diese Prozesssicherheit ist für uns entscheidend, denn im schlimmsten Fall steht der Roboter, wir können keine Kette fertigen und am Ende steht ein Bergwerk.“

Automatisierte Greifsysteme übernehmen gefährliche Arbeitsschritte
Bild: Schunk GmbH & Co. KG


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

UnchainedRobotics hat sich das Ziel gesetzt, Robotik einfach, flexibel und transparent zu machen. Vor diesem Hintergrund präsentiert das Unternehmen jetzt auf seiner Internetseite einen einfachen Konfigurator. Damit soll jeder – unabhängig von Erfahrung oder Expertise – die passende Kombination aus Roboter, Greifer und Kamera für seine Anwender finden.  ‣ weiterlesen

Anzeige

Der Laserschneidroboter M-800iA/60 von Fanuc soll in der Lage sein, mit Fünfachslaserportalen mitzuhalten, wenn es um die Genauigkeit geht. Die Achsen 2 und 3 wurden konstruktiv verstärkt und an den entscheidenden Stellen mit zusätzlichem Material versehen. Die Reichweite des Roboters beträgt 2040mm.  ‣ weiterlesen

Anzeige

Das Herzstück der Robotersysteme von SMB ist ein Kombigreifer, der unter anderem Palettenformate bis 1.250×1.050mm greifen und bis zu 600 Säcke pro Stunde platzieren kann. Wie der Name schon verrät, sind die Vorteile des Kombigreifers sowohl seine Kombinierbarkeit als Fassklemmgreifer, Palettengreifer und gegebenenfalls mit einer Deckelsaugvorrichtung als auch die Einsetzbarkeit unabhängig vom Transportgut. ‣ weiterlesen

Anzeige

Der lebensmittelechte Greifer Soft Gripper von Onrobot kann unterschiedliche unregelmäßige Formen und empfindliche Objekte aufnehmen und eignet sich damit für Pick&Place-Anwendungen in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion sowie bei Fertigung und Verpackung. ‣ weiterlesen

Die Drehdurchführung CiRo von Robot System Products sorgt für die nötige Flexibilität der internen Verkabelung. Schläuche und Kabel für Luftzufuhr, elektrische Signale und Strom können gemäß der Anforderungen der Anwendung ausgewählt werden. ‣ weiterlesen

Fanuc erweitert sein Scara-Portfolio um ein drittes Modell – den SR-12iA. Er trägt Lasten bis 12kg bei geringem Platzbedarf (Grundfläche 280x364mm). Der Scara wiegt 53kg und besitzt eine Reichweite von 900mm. Mit diesen Eigenschaften zielt er z.B. auf die Marktsegmente Montage und Verpackung.  ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige