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Robotereinsatz im Krankenhaus

Nummer 5 pflegt?

Was hauptsächlich durch Science-Fiction-Filme bekannt ist, könnte bald schon zum Alltag in deutschen Krankenhäusern gehören. Wissenschaftler arbeiten bereits am Einsatz von Robotern in der Gesundheitsbranche als nützliche Helfer, Pfleger oder sogar Assistenzärzte. Bevor es jedoch zum Einsatz der neuen Technologien kommt, besteht noch Diskussionsbedarf bei Forschungs-, Akzeptanz- und ethischen Fragen rund um den Einsatz von Robotern am Menschen.

 (Bild: Techniklotsen GmbH)

(Bild: Techniklotsen GmbH)

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung fehlen im Jahr 2030 ungefähr 500.000 Pflegekräfte in Deutschland. Mit dem Einsatz von Robotern in der Pflege ließ sich diese Lücke schließen. Notwendige Technologien wie Big Data und Mobile Device Management existieren bereits, jedoch gestaltet sich die Einbindung von smarten Helfern in den Pflege- und Krankenhausalltag aufgrund von ethischen Bedenken, gesetzlichen Auflagen und nicht erprobten Systemen kompliziert.

Roboter im Pflegealltag?

Einsatzgebiete von Robotern finden sich bisher hauptsächlich in der Industrie, wo sie für Abläufe der Logistik zuständig sind. Doch wie können diese smarten Helfer den Krankenhausalltag verbessern? Bereits einsatzfähig sind Haushaltsroboter, die Routineaufgaben wie Staubsaugen, Wischen oder Rasenmähen übernehmen. Entsprechende Geräte befinden sich bereits auf dem Markt und tauchen bislang vor allem in privaten Haushalten auf – für die Adaption in den Pflegebereich müssen die smarten Helfer jedoch die hohen Standards von Kliniken erfüllen. Da sie mit künstlicher Intelligenz und Lasertechnologie in einem vorgegebenen räumlichen sowie ethischen Rahmen selbstständig handeln können, stellen die Haushaltsroboter eine effektive Unterstützung dar. Auch spezielle Pflegeroboter, die z.B. den Transport von Wäsche, Lebensmitteln oder sogar Medikamenten übernehmen, befinden sich in der Entwicklung und derzeit auch in ersten Testphasen. Doch nicht nur vernetzte und autonome Maschinen bringen eine Verbesserung für die Branche. Auch smarte Kuscheltiere bereichern den Gesundheitssektor, indem sie auf menschliche Reize reagieren: In Form einer Robbe kommen sie bei Alzheimer- und Demenztherapien zum Einsatz. Durch eine Vielzahl von Sensoren reagiert das intelligente Kuscheltier auf Patienten und tritt durch Laute und Regungen mit diesen in Interaktion und fördert Gesprächsverhalten und Emotionen.

Zukunftstechnologien in deutschen Krankenhäusern

Immer mehr Serviceroboter finden ihren Weg aus den Forschungszentren in öffentliche Räume: Bisher können sie Fragen beantworten, tanzen und ein Glas mit Wasser befüllen. Techniker feilen bereits an Robotern, die z.B. das Heben von Patienten übernehmen, das für eine Pflegekraft im Alltag eine enorme körperliche Belastung darstellt. In Planung sind auch humanoide Assistenzroboter, die z.B. bei Visiten Echtzeitdaten abrufen und Besuche dokumentieren. Roboter sollen Fachkräfte entlasten, indem sie Kontrollgänge übernehmen, den Patiententransport selbstständig durchführen oder langfristig gesehen als Assistenzarzt fungieren – sie schaffen so mehr Zeit für das Personal, um sich auf den persönlichen Kontakt mit Pflegebedürftigen zu konzentrieren. Die Branche wird ohne Roboter bald nicht mehr auskommen, der Gewinn für Institutionen und die enorme zeitliche und physische Entlastung von Pflegekräften sind unverzichtbar.

Robotereinsatz im Krankenhaus
Bild: Techniklotsen GmbH


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